„Viele Patienten wünschen sich neben der medizinischen Behandlung zusätzliche Möglichkeiten, um ihre Beschwerden zu lindern und ihr Wohlbefinden zu stärken. Die Komplementärmedizin kann hier wertvolle Impulse geben“, sagt die Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe mit Zusatzqualifikationen in Akupunktur (Traditionelle chinesische Medizin) und medikamentöser Tumortherapie am Marienhospital Stuttgart.
Den Menschen als Ganzes im Blick
Komplementärmedizin versteht sich als Ergänzung zur schulmedizinischen Behandlung und berücksichtigt körperliche und seelische Aspekte gleichermaßen. Welche Verfahren und Maßnahmen bei den jeweiligen therapiebedingten Beschwerden infrage kommen, wird individuell und in enger Abstimmung mit der laufenden Krebs- oder Palliativtherapie entschieden.
Akupunktur: Feine Nadeln, große Entlastung
Neben Aroma- und Misteltherapie hat sich die Akupunktur insbesondere bei Symptomen bewährt, die im Zusammenhang mit einer Krebserkrankung oder deren Behandlung auftreten können. Dazu gehören Polyneuropathien mit Kribbeln oder Taubheitsgefühlen in Händen und Füßen, Schmerzen, Fatigue, Erschöpfung, Schlafstörungen sowie Übelkeit. Viele Patienten berichten bereits nach wenigen Sitzungen über eine spürbare Erleichterung ihrer Beschwerden und eine Verbesserung ihrer Lebensqualität.
Wer Sorge vor Nadeln hat, kann beruhigt sein: Die bei der Akupunktur verwendeten Nadeln sind sehr fein und werden von den meisten Patienten kaum wahrgenommen. Viele erleben die Behandlung sogar als entspannend und wohltuend.
Die Wirksamkeit der Akupunktur wird inzwischen auch wissenschaftlich untersucht und bewertet. In der Onkologie findet sie in aktuellen S3-Leitlinien Berücksichtigung und wird für bestimmte Beschwerden als unterstützende Maßnahme empfohlen.
Bewährte Wege sinnvoll verbinden
„Mir ist wichtig, den Patienten als ganzen Menschen zu betrachten – nicht nur die Erkrankung. Die Akupunktur und die TCM können dabei helfen, das körperliche und seelische Gleichgewicht zu unterstützen und belastende Symptome zu lindern“, erklärt die Ärztin. Und sie ergänzt: „Komplementärmedizin bedeutet für mich nicht ein Entweder-oder, sondern ein sinnvolles Miteinander von moderner Krebsmedizin und bewährten ganzheitlichen Verfahren. Wenn es gelingt, Beschwerden zu reduzieren und die Lebensqualität zu verbessern, ist das ein wichtiger Beitrag auf dem Weg durch die Therapie.“
Oberärztin Dr. Wilma Ehrle
Gynäkologische Onkologie am MVZ
Akupunktur-Sprechstunde (TCM)
Montags 9–13 Uhr nach Terminvereinbarung
Telefon: 0711 6489-2315
mvz-gynaekologie@vinzenz.de
















