Ober- und Unterkiefer chirurgisch nach vorn verlagern
Schlafapnoe – wenn die Atmung im Schlaf wiederholt aussetzt
Das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) ist eine häufige Schlafstörung, bei der es während des Schlafs wiederholt zu einer Verengung oder einem Verschluss der oberen Atemwege kommt. Die Folge sind Atemaussetzer, die den Schlaf immer wieder unterbrechen. Betroffene leiden häufig unter lautem Schnarchen, ausgeprägter Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörungen oder morgendlichen Kopfschmerzen. Unbehandelt kann ein Schlafapnoe-Syndrom das Risiko für Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselstörungen erhöhen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Die Standardbehandlung des obstruktiven Schlafapnoesyndroms ist die nächtliche Überdruckbeatmung (CPAP-Therapie). Nicht alle Patientinnen und Patienten können diese Behandlung jedoch dauerhaft anwenden oder profitieren ausreichend davon.
Eine operative Behandlung kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn die Ursache der Atemwegsverengung in einer ungünstigen Lage des Ober- und Unterkiefers liegt. In diesen Fällen kann durch eine Verlagerung der Kiefer nach vorn der Platz im Rachenraum deutlich erweitert und die Atmung im Schlaf verbessert werden.
Was ist eine Umstellungsosteotomie?
Bei einer sogenannten „Bimaxillären Umstellungsosteotomie“ werden Ober- und Unterkiefer chirurgisch nach vorn verlagert. Durch diese Vorverlagerung werden auch die Weichteile des Rachens, die Zunge und die daran ansetzende Muskulatur nach vorn bewegt. Dadurch vergrößert sich der Atemweg hinter Zunge und Gaumensegel, sodass dieser im Schlaf weniger leicht zusammenfällt.
Der Eingriff erfolgt vollständig über Schnitte innerhalb der Mundhöhle. Sichtbare Narben im Gesichtsbereich entstehen daher in der Regel nicht. Die Kiefer werden nach der Verlagerung mit kleinen Titanplatten und -schrauben stabil fixiert.
Ablauf der Behandlung
Vor einer Operation erfolgt eine ausführliche Diagnostik. Dazu gehören die Untersuchung in einem Schlaflabor, eine klinische Untersuchung sowie eine dreidimensionale Bildgebung und eine genaue Analyse der Kiefer- und Gesichtsverhältnisse. Häufig arbeiten wir dabei eng mit Fachärztinnen und Fachärzten der Schlafmedizin, HNO-Heilkunde, Pneumologie sowie der Kieferorthopädie zusammen.
Die Operation wird in Vollnarkose durchgeführt und erfordert einen stationären Krankenhausaufenthalt. Nach dem Eingriff sind Schwellungen und vorübergehende Einschränkungen beim Kauen normal und bilden sich im Verlauf der Heilung zurück.
Welche Erfolgsaussichten bestehen?
Die Vorverlagerung von Ober- und Unterkiefer zählt zu den wirksamsten operativen Verfahren zur Behandlung des obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms. Bei sorgfältig ausgewählten Patientinnen und Patienten kann die Zahl der nächtlichen Atemaussetzer deutlich reduziert werden. Viele Betroffene berichten zudem über eine verbesserte Schlafqualität, weniger Tagesmüdigkeit und eine insgesamt höhere Lebensqualität. In vielen Fällen kann die Notwendigkeit einer CPAP-Therapie reduziert oder ganz vermieden werden.
Der individuelle Behandlungserfolg hängt unter anderem von der Ursache und Ausprägung der Schlafapnoe sowie von den anatomischen Voraussetzungen ab.
Mögliche Risiken
Wie jeder operative Eingriff ist auch eine Umstellungsosteotomie mit allgemeinen Operationsrisiken verbunden. Hierzu gehören Blutungen, Infektionen, Wundheilungsstörungen sowie Schwellungen. Vorübergehende oder in seltenen Fällen auch bleibende Gefühlsstörungen im Bereich der Unterlippe, des Kinns oder der Oberlippe können auftreten. Über alle individuellen Risiken und den Behandlungsablauf werden Sie im persönlichen Aufklärungsgespräch ausführlich informiert.
Unsere Betreuung
Die Entscheidung für eine operative Behandlung erfolgt immer individuell und auf Grundlage einer umfassenden Diagnostik. Unser erfahrenes Team begleitet Sie von der ersten Beratung über die Operationsplanung bis zur Nachsorge und arbeitet dabei eng mit den beteiligten Fachdisziplinen zusammen. Gemeinsam entwickeln wir ein auf Ihre persönliche Situation abgestimmtes Behandlungskonzept.