Der ASCO-Kongress gilt weltweit als die bedeutendste Plattform für neue Entwicklungen in der Krebsmedizin. Viele der dort vorgestellten Studien verändern innerhalb kurzer Zeit die klinische Praxis und eröffnen Patientinnen und Patienten neue Behandlungsoptionen.
Im Rahmen des Symposiums präsentierten ausgewiesene Expertinnen und Experten die wichtigsten Studienergebnisse verschiedener Tumorentitäten. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf den zahlreichen neuen zielgerichteten Therapien, die zunehmend eine individualisierte Behandlung von Krebserkrankungen ermöglichen.
Fortschritte in der Behandlung des Pankreaskarzinoms (Bauchspeicheldrüsenkrebs)
Zu den am intensivsten diskutierten Studien gehörte die Phase-III-Studie RASolute 302 beim fortgeschrittenen Pankreaskarzinom. Die Studie sorgte für große Aufmerksamkeit, da sie erstmals einen deutlichen Überlebensvorteil bei Patientinnen und Patienten mit bestimmten RAS-Mutationen zeigte. Die Behandlung von RAS-Mutationen galt über Jahrzehnte als eine der größten Herausforderungen der Krebsforschung und wurde vielfach als therapeutisch kaum zugänglich angesehen.
„Die diesjährige ASCO-Tagung hat eindrucksvoll gezeigt, mit welcher Geschwindigkeit sich die Onkologie und Hämatologie weiterentwickeln. Besonders die zahlreichen neuen zielgerichteten Therapien verändern unsere Behandlungsstrategien nachhaltig“, erklärt Privatdozent Dr. Christian-Friedrich Jehn, Veranstaltungsleiter des Symposiums und Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin 3 – Hämatologie, Onkologie, Zelltherapie und Palliativmedizin am Marienhospital Stuttgart.
Weiter führt Jehn aus: „Die Phase-III-Studie RASolute 302 zum Pankreaskarzinom war zweifellos eine der meistdiskutierten Präsentationen des diesjährigen ASCO-Kongresses. Nachdem die Behandlung von RAS-Mutationen über viele Jahre als nahezu unmöglich galt, konnte hier bei vorbehandelten Patienten das Gesamtüberleben nahezu verdoppelt werden. Das ist ein außergewöhnlicher Fortschritt und ein echter Meilenstein in der Tumorforschung.“
Organisation der Veranstaltung oblag dieses Jahr dem Marienhospital
Das Nordwürttemberger Symposium wird traditionell von sechs onkologischen Kliniken des Großraums Stuttgart gemeinsam getragen und hat sich als wichtige Plattform für den wissenschaftlichen Austausch in der Region etabliert. Die diesjährige Veranstaltung wurde federführend vom Marienhospital Stuttgart organisiert. „Unser Ziel ist es, neue wissenschaftliche Erkenntnisse schnell in die klinische Versorgung zu übertragen. Der intensive Austausch zwischen Expertinnen und Experten verschiedener Fachrichtungen ist hierfür unverzichtbar. Die große Resonanz mit über 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmern bestätigt die Bedeutung dieses Formats für die Onkologie und Hämatologie in der Region“, so Jehn.
Die Organisatoren zogen eine durchweg positive Bilanz. Die hohe Beteiligung, die intensive Diskussion der vorgestellten Studien und das große Interesse an innovativen Therapieansätzen unterstrichen die Bedeutung des Symposiums als regionales Forum für moderne Krebsmedizin.
















