Ultraschall- und röntgendiagnostische Verfahren
Die Klinik für Radiologie ist mit neuesten Geräten in digitaler Bildtechnik ausgerüstet. Dazu gehört auch ein System zur digitalen Bildverteilung und Bildspeicherung (Picture Archiving and Communication System). Damit ist eine effiziente Diagnostik einschließlich Spezialverfahren in allen Organbereichen möglich. Patienten sind nur einer minimalen Strahlenbelastung ausgesetzt. Sämtliche Untersuchungen werden an hochauflösenden Spezialmonitoren befundet.
Unsere Leistungen im Detail

Fester Bestandteil von Diagnostik und Therapie
Im Vorfeld und in Ergänzung zur Röntgendiagnostik ist die Sonografie (Ultraschall) fester Bestandteil der Diagnostik und interventionellen Therapie. Wenn Sie bei uns untersucht werden, steht für alle Organbereiche modernste Technologie einschließlich farbcodierter Duplexsonografie zur Verfügung.
Informationen zum Bild:
Mit dieser Ultraschallmethode kann ohne jegliches Risiko für den Patienten eine Stenose entdeckt und der Schweregrad bestimmt werden. Das fließende Blut ist farbig dargestellt, die Flussrichtung mit einem Pfeil markiert. Die Verengung kommt durch Wandauflagerungen im Rahmen der Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) zustande

Röntgenuntersuchung mittels Kontrastmittel
Bei Ihnen besteht der Verdacht, dass zum Beispiel ein Blutgefäß krankhaft verändert ist oder eine Thrombose vorliegt? Hier kann eine Röntgenuntersuchung der Gefäße unter Verwendung von Kontrastmitteln (Angiografie) Klarheit verschaffen. In unserem speziell ausgerüsteten Operationssaal steht ein modernes Durchleuchtungsgerät bereit (Flachdetektor 3D-Rotationsangiografie Clarity). Dessen Bildqualität ist sehr hoch, das Dosismanagement vorbildlich. Es verringert die Röntgenstrahlendosis für Arzt und Patient um bis zu 85 Prozent.

Gefäße genauer darstellen
Bei der digitalen Subtraktionsangiografie wird zuerst ein Kontrollbild von dem zu untersuchenden Bereich angefertigt, bevor der Patient das Kontrastmittel gespritzt bekommt. Danach geht es mit der eigentlichen Angiografie weiter. Die vor und nach der Kontrastmittelgabe gewonnenen Bilder werden übereinanderlegt und alles entfernt, was sich nach dem Kontrollbild nicht verändert hat (digitale Subtraktion). So bleiben nur noch die kontrastmittelgefüllten Bereiche übrig, alle anderen Strukturen sind weitestgehend ausgeblendet. Gefäße lassen sich auf diese Weise genauer darstellen. Auch eventuell notwendige Maßnahmen wie Gefäßaufdehnungen können wir dann leichter vornehmen.
Röntgenuntersuchung der Brust (Mammografie)
Die Mammografie ist eine Röntgenuntersuchung der weiblichen Brust. Mit ihrer Hilfe lassen sich tumorverdächtige Befunde abklären. Durch ein spezielles Verfahren (3D-Stereotaxie-Brustbiopsie) können wir zielgenau kleinste Proben aus auffälligen Regionen der Brustdrüse entnehmen. Durch die 3D/low-dose-Tomosynthese-Planung wird die erforderliche Dosis an Röntgenstrahlung auf ca. 50 Prozent reduziert. Denn im Gegensatz zur 2D-Stereotaxie sind deutlich weniger Röntgenaufnahmen erforderlich.
Darüber hinaus lässt sich die Dauer der Probenentnahme gegenüber der üblichen Stereotaxie deutlich (auf ca. die Hälfte der Zeit) reduzieren. Ein spezieller Untersuchungsstuhl ermöglicht eine bequeme Lagerung während des Eingriffs im Liegen. Bei Bedarf kann auch eine Lagerung im Sitzen erfolgen.
Aktuellste Gerätetechnik
Wir arbeiten mit einem Mammografiesystem der neuesten Generation. Dieses ermöglicht uns neben der üblichen herkömmlichen Mammografie auch Spezialtechniken wie Tomosynthese/3D-Mammografie und kontrastmittelverstärkte Mammografie. Gegenüber vergleichbaren Mammografiegeräten anderer Hersteller benötigt unser System eine deutlich niedrigere Strahlendosis. Ab Herbst 2026 verfügt das System zusätzlich über eine KI- Unterstützung in der Erstellung und Befundauswertung der Aufnahmen.
Zertifizierte Durchführung
Seit 2003 ist die Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie Kooperationspartner des Brustzentrums Stuttgart am Marienhospital. Die Mammografieaufnahmen werden durch zertifizierte „Mammafachkräfte“ vorgenommen. Die Befundung erfolgt durch zwei langjährig in der Mammadiagnostik erfahrene Fachärzte als Doppelbefundung. Ab Herbst 2026 wird die Befundung zusätzlich mit KI-Unterstützung stattfinden.
Angenehmere Untersuchung
Um die Bildqualität zu verbesserun und die Strahlendosis zu verringern, ist es erforderlich, die Brust während der Aufnahme zu komprimieren. Manche Frauen empfinden die Mammografie deshalb als sehr unangenehm und schmerzhaft.
Unser moderne Mammografie-System ermöglicht es Ihnen als Patientin, per Fernbedienung den Druck auf die Brust selbst nachsteuern und somit zu verhindern, dass er zu unangenehm wird. Ferner ist die Fläche, auf welche die Brust für die Untersuchung aufgelegt wird, nicht mehr wie bei früheren Geräten metallisch-kalt, sondern angenehm warm und abgerundet. Je nach Größe und Form der Brust stehen sechs verschieden geformte und teils elastische Kompressionsplatten zur Auswahl.
Digitale Vollfeld-Mammografie
Seit 2007 haben Frauen im Alter von 50 bis 75 Jahren die Möglichkeit, kostenlos am Mammografie-Screening teilzunehmen. Dazu werden Sie von den entsprechenden Screening-Einheiten eingeladen.
Die Mammografie ist ebenfalls eine Kassenleistung, wenn durch einen Tastbefund bzw. wegen eines abklärungsbedürftigen Befunds die Indikation für diese Untersuchung besteht. Die Untersuchung kann dann in einer radiologischen Praxis auf Überweisung durch Ihre Ärztin oder Ihren Arzt durchgeführt werden.
Tomosynthese (3D-Mammografie)
Die Aussagekraft der üblichen Mammografie hängt in entscheidendem Maße von der Gewebedichte der untersuchten Brust ab. So fällt die Trefferquote des Verfahrens bei Frauen mit sehr drüsenreichen Bruststrukturen auf unter 50 Prozent. Dies betrifft fast die Hälfte aller mammografierten Frauen.
Mithilfe der Tomosynthese lässt sich die Beschränkung der herkömmlichen Mammografie ein Stück weit überwinden. Erreicht wird die Verbesserung der Aussagekraft der Mammografie dadurch, dass bei identischer Röntgendosis der Strahlerkopf während der Bilderzeugung über der Brust bewegt wird. Aus dem hierbei gewonnenen Datensatz lassen sich in zahlreichen Positionen dünne, überlagerungsfreie Bilder konstruieren. Sie erlauben eine bessere Strukturerkennung bei dichten Gewebeverhältnissen. Ein zusätzlich synthetisiertes 2D-Mammogrammbild erlaubt weiterhin die übliche Sicht auf die Brust im Mammogramm.
Studien zeigen, dass die Nachweisrate von Brustkrebs durch die Tomosynthese um etwa 25 Prozent gesteigert wird. Zudem kann die Quote an auffälligen Befunden, die sich letztlich als harmlos herausstellen, um 15 Prozent gesenkt werden.
Die Tomosynthese ist aktuell keine Kassenleistung. Sie kann daher nur als individuelle Selbstzahler-Leistung (IGEL) angeboten werden.
Kontrastmittelverstärkte Spektral-Mammografie (CESM)
Fast 50 Prozent aller mammografierten Frauen haben ein dichtes oder sehr dichtes Drüsengewebe. Bei Frauen mit sehr drüsenreichen Bruststrukturen ist auch die Tomosynthese/3D-Mammografie limitiert.
Mithilfe der kontrastmittelgestützten Spektral-Mammografie lässt sich diese Beschränkung jedoch überwinden. Erreicht wird die deutliche Verbesserung der Aussagekraft der Mammografie dadurch, dass unmittelbar vor der Untersuchung über eine Armvene ein jodhaltiges Kontrastmittel verabreicht wird. Dieses macht die Mehrdurchblutung innerhalb der Bruststrukturen sichtbar – ein typisches Symptom bei Brustkrebs. Bösartige Tumoren, die innerhalb dichter Drüsenstrukturen bisher nicht zu sehen waren, können auf diese Weise eindrucksvoll nachgewiesen werden.
Weitere Vorteile: Im Vergleich zur Brustuntersuchung mittels Magnetresonanztomografie (Mamma-MRT) ist die Nachweisquote von Brustkrebs durch das CESM-Verfahren ähnlich hoch, jedoch deutlich kostengünstiger. Zudem stellt es bei Kontraindikationen wie Klaustrophobie („Platzangst“) oder Herzschrittmacher eine Alternative zur Mamma-MRT dar.
Die kontrastmittelgestützte Mammografie ist ebenso wie die Tomosynthese derzeit keine Kassenleistung.
IGEL – individuelle Selbstzahler-Leistung
Die Berechnung der Untersuchungen erfolgt auf der Basis der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ).
Kostenbeispiele
- 3D-Mammografie mit Tomosynthese, körperlicher Untersuchung und anschließender ärztlicher Befundbesprechung sowie KI-assistierter Befundung: 255 Euro
- Kontrastmittel-Mammografie mit körperlicher Untersuchung, Ultraschall und anschließender ärztlicher Befundbesprechung sowie KI-assistierter Befundung: 265 Euro
Selbstzahler
Für Selbstzahler werden die ärztlichen Leistungen, die nicht mit gerätetechnischen Tätigkeiten verbunden sind, mit dem 2,3-fachen Satz berechnet. Dies betrifft die GOÄ-Ziffern 1 und 34 (Beratung), 7 (körperliche Untersuchung), 60 (konsiliarische Erörterung) und 75 (Befunderstellung).
Alle anderen ärztlichen und gerätetechnischen Leistungen werden für Selbstzahler mit dem 1,0-fachen Faktor auf die anzurechnenden GOÄ-Ziffern berechnet.

















