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Bitte rufen Sie in einer Notfallsituation diese Nummer an. Der Anruf ist von jedem Telefon aus kostenlos.

Die Interdisziplinäre Notaufnahme

Hier erhalten eingelieferte Schwerverletzte und akut Erkrankte eine Erstdiagnose, damit die Behandlung schnellstmöglich eingeleitet werden kann. Für die Erstdiagnose steht u.a. ein Schockraum zur Verfügung sowie eine „Chest Pain Unit“ zur Überwachung von Patienten mit unklaren Brustschmerzen. 

Zur Interdisziplinären Notaufnahme (INA)

  • Leitungsteam:
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Aktuelles

Mangelernährung betagter Patienten verhindern

Jeder kennt es: Wenn man krank ist, vergeht einem oft im wörtlichen Sinn der Appetit. Gerade für ältere Klinikpatienten kann das negative gesundheitliche Folgen haben. Denn um zum Beispiel nach einer Operation wieder fit zu werden, brauchen Patienten sogar mehr Energie als sonst.

Appetitanregung: Breiigen Speisen wieder ihr natürliches Aussehen verleihen

Appetitanregend: statt breiiger Kost natürlich aussehende Speisen

Kick-off-Veranstaltung des Projekts „GernEssen“

Kick-off-Veranstaltung des Projekts „GernEssen“

Marienhospital und Hochschule Esslingen entwickelten das Konzept „GernEssen“

Experten des Marienhospitals entwickelten von 2017 bis 2018 gemeinsam mit der Hochschule Esslingen ein Konzept, durch das Mangelernährung älterer Patienten im Krankenhaus vermieden werden soll. Neben Wissenschaftlern und Studenten der Esslinger Fakultät „Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege“ bestand die Arbeitsgruppe aus fünfzehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Marienhospitals. Diese stammten aus den Bereichen Pflege, Ernährungs- und Diätberatung, Küche, Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Apotheke. In das Konzept eingeschlossen waren Stationen der Gastroenterologie, Onkologie, Unfallchirurgie/Orthopädie und Neurologie. Gefördert wurde das Projekt vom Bundesforschungsministerium.
 

Konzeptheft „GernEssen“

Das Ergebnis der zweijährigen Arbeit ist ein 67-seitiges Konzeptheft mit dem Titel „GernEssen“. Bei einer Kick-off-Veranstaltung am 13. November wurde es an die erfreulich zahlreich erschienenen Mitarbeiter unterschiedlichster Berufsgruppen verteilt.
 

Alte Patienten oft mangelernährt

Das Konzept wird auch allen Stationen zur Verfügung gestellt. Es zeigt auf, warum das Thema Ernährung für ältere Klinikpatienten so bedeutsam ist: Bis zu 80 Prozent der in deutschen Hospitälern behandelten Kranken nehmen an Gewicht ab. In der Altersgruppe über 70 sind 43 Prozent der Klinikpatienten mangelernährt, 16,7 Prozent gelten sogar als stark mangelernährt. Die Gründe sind vielfältig. Schluckstörungen aufgrund neurologischer Erkrankungen oder nach Operationen gehören ebenso dazu wie allgemeine Appetitlosigkeit. Das Konzeptheft erläutert auch, wie Pflegekräfte herausfinden können, ob bei einem Patienten die Gefahr der Mangelernährung besteht. Als Hilfsmittel dafür dient etwa das Screeningverfahren NRS-2002, das Körpergewicht, Krankheitsschwere, Ernährung etc. durch einen strukturierten Fragenkatalog ermittelt.

Bei der Kick-off-Veranstaltung wurden auch konkrete Maßnahmen gegen Mangelernährung präsentiert. Patienten mit Schluckbeschwerden können oft nur stark zerkleinerte, sogenannte passierte Kost zu sich nehmen, deren breiiges Aussehen nicht sehr appetitanregend ist. Die Diätschülerinnen Isabell Sanwald und Marleen Rimkus stellten im Rahmen eines sechswöchigen Projekts der klinikeigenen Diätschule einen patientengerechten Wochenspeiseplan für passierte Kost zusammen. Patienten erhalten so täglich ausgewogene, abwechslungsreiche Mahlzeiten mit einer optimalen Zufuhr von Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten.
 

Bratwurst oder Karamellcreme?

Der besondere Clou: Den stark zerkleinerten, breiigen Speisen gaben die Schülerinnen mithilfe von Silikonformen ihr natürliches Aussehen zurück. Passierte Bratwurst ist so nicht mehr eine bräunliche undefinierbare Masse, sondern sieht tatsächlich aus wie eine Bratwurst. Ein Patient, der die Wurst ungeformt  vorgesetzt bekommt, weiß erst beim ersten Bissen, ob er eine süße Karamellcreme oder eine zerkleinerte Bratwurst vor sich hat. Da das Auge bekanntlich mitisst, ist die natürliche Formung der Speisen für die Patienten deutlich appetitanregender.

Das neue Konzeptheft enthält darüber hinaus zahlreiche weitere Empfehlungen für den Klinikalltag: Am Esstisch eingenommene Mahlzeiten munden Patienten meist besser als wenn sie im Bett liegend essen. Sofern keine medizinischen Gründe dagegensprechen, sollten ihnen die Speisen daher am Tisch und nicht im Bett serviert werden. Hilfreich können auch ganz simple Dinge sein; etwa eine ermutigende Aufforderung zum Essen durch die Klinikmitarbeiter. Mitunter seien aber auch größere Interventionen nötig. Dazu gehört eine Zahnbehandlung, die dem Patienten das Kauen wieder ermöglicht oder bei bestimmten Erkrankungen ein Schlucktraining, das von Logopäden angeboten wird. Damit ein Patient, der wenig isst, trotzdem genügend Nährstoffe aufnimmt, sei auch das Anreichern von Speisen mit gehaltvollen Lebensmitteln wie Sahne, Butter oder Proteinpulver mitunter sinnvoll.
 

Oft hilft schon Kleinschneiden

Das Autorenteam schreibt zudem, dass auch der Aspekt der Mitarbeiterschulung durch Ernährungsexperten des Hauses wichtig für das leibliche Wohl der Patienten sei. Auch Hilfskräfte mit Patientenkontakt wie etwa Praktikanten oder Absolventen eines Freiwilligen Sozialen Jahres sollten entsprechend geschult werden. Mitunter sei es schon hilfreich, alten Menschen die Speisen kleinzuschneiden, um ihnen das Essen zu erleichtern und im wörtlichen Sinne schmackhaft zu machen.

Die Autoren des Konzeptheftes „GernEssen im Marienhospital“ gehen am Ende ihres Berichts davon aus, dass die zahlreichen angeregten Maßnahmen nicht allesamt und hausübergreifend auf einen Schlag umgesetzt werden können. Sie schätzen, dass die ausgewiesenen Strategien in einem Zeitraum von etwa drei Jahren nach und nach Wirkung zeigen werden. Die Kick-off-Veranstaltung am 13. November 2018 war jedenfalls auch aufgrund des großen Mitarbeiterinteresses ein ermutigender Start des Konzepts „GernEssen“.