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Aktuelles

Einer Versteifung der Wirbelsäule entgegenwirken

Im Marienhospital gibt es ein Zentrum, das auf die Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen spezialisiert ist. Dort gelang es mithilfe eines federnden Implantats, die drohende Versteifung der Wirbelsäule bei einem Patienten abzuwenden.

Wirbelmodell: rechte Seite mit flexibler Titanfeder; linke Seite mit starrer Variante ohne Feder

Wirbelmodell zur Darstellung des „dynamischen Fixateurs“

Kurt Matz strahlt trotz seiner 73 Jahre eine jugendliche Dynamik aus. „Ich gehe täglich sieben bis zehn Kilometer mit meinem Hund durch die Natur und fahre gern Motorroller“, sagt er. Umso schlimmer war es für ihn, als ihm vor fünf Jahren plötzlich das Gehen schwerfiel. Er bekam Rückenschmerzen, die er nur mit Schmerzmitteln und Kortison ertragen konnte. „Die Probleme kamen schubweise, zwischendurch ging es mir immer wieder gut. Aber dann kam im März 2020 ein Bandscheibenvorfall hinzu. Danach konnte ich kaum noch gehen“, sagt er.


Konservative Behandlung half nicht

Wegen seiner Probleme ging Kurt Matz in die Neurochirurgische Gemeinschaftspraxis in der Eierstraße 46, direkt gegenüber dem Marienhospital Stuttgart. Hier sind die drei Neurochirurgen Professor Dr. Mayfrank, Dr. Volker John und Dr. Stephan Herlan tätig. Die Praxis kooperiert eng mit dem Marienhospital. Operationen führen die drei Fachärzte im eigens dafür geschaffenen Wirbelsäulenzentrum durch. Dr. John: „Oft bekommt man die Folgen eines Bandscheibenvorfalls ohne Operation in den Griff. Zum Beispiel mit Physiotherapie und Schmerzmedikamenten. Das haben wir bei Herrn Matz probiert, aber seine Symptome besserten sich nicht. Der Patient hat sich schließlich zu einer Operation entschieden.“
 

Bandscheibenvorfall und Wirbelgleiten

Beim Bandscheibenvorfall wird die flexible Bandscheibe (Gallertmasse) zwischen den Rückenwirbeln herausgepresst. Sie drückt dann aufs Rückenmark, was zu Schmerzen und Lähmungserscheinungen führen kann. „Neben dem Bandscheibenvorfall litt Herr Matz schon länger unter Wirbelgleiten“ , so Dr. John. Im Alter nutzen sich die Wirbel ab und stehen oft nicht mehr stabil aufeinander. Ein Wirbel schert dann aus dem natürlichen Verlauf der Wirbelsäule aus und bewegt sind relativ zum benachbarten Wirbel nach vor oder hinten. Auch hier sind oft Schmerzen, Missempfinden und Lähmungen die Folge.

Die häufigste operative Lösung ist eine Versteifung der Wirbelsäule. Dabei wird der Gleitwirbel starr mit dem darunter- oder darüberliegenden verschraubt. „Das hat aber Nachteile“, sagt Dr. John und erläutert: „Erstens verliert die Wirbelsäule an Beweglichkeit, was viele natürliche Bewegungen erschwert. Und zudem verschleißen die Anschlusswirbel dann unter Umständen schneller.“


Eine Titanfeder hält die Wirbelsäule beweglich

Insbesondere bei jungen und bei körperlich noch mobilen älteren Patienten wie Kurt Matz setzt Volker John daher ein spezielles Operationsverfahren ein. Dieses arbeitet mit einem sogenannten dynamischen Fixateur. Dabei wird in einem gut einstündigen Eingriff vom Rücken her über einen kleinen Einschnitt ein Führungsdraht in den Wirbelkörper geschoben. Die korrekte Position des Drahtes kann der Operateur auf einem Röntgenmonitor erkennen. Über den Draht wird dann eine Schraube in den Wirbelkörper eingebracht. Die beiden Wirbelkörper, die nicht mehr stabil miteinander verbunden sind, erhalten so jeweils zwei Schrauben. Normalerweise werden diese dann mit einen Stab verbunden und so wird eine Versteifung erzielt.

„Bei Herrn Matz haben wir aber einen Stab verwendet, dessen Mitte aus einer flexiblen Titanfeder besteht. Dadurch bleibt die Beweglichkeit der Wirbel erhalten“, erläutert Dr. John. Weiterer Vorteile der Methode: Man kann den Eingriff rückgängig machen, ohne dass ein Schaden bleibt. Und sollte der dynamische Fixateur irgendwann nicht mehr den gewünschten Erfolg bringen, lässt er sich später in einem kleinen Eingriff durch einen starren ersetzen.

Als Kurt Matz drei Wochen nach der OP zum Interview ins Marienhospital kommt, erzählt er: „Der Eingriff war in Vollnarkose, und ich hatte danach kaum Schmerzen. Es sind ja auch nur drei ganz kleine Schnitte im Rücken. Direkt nach dem Aufwachen habe ich gemerkt, dass meine Rückenprobleme weg sind. Dafür hätte ich Dr. John küssen können.“


Fast hätte er den Motorroller genommen

Beinahe sei er zum Interview ins Marienhospital mit dem Motorroller gekommen, so der Patient weiter. Seine Frau habe es ihm aber verboten. „Das war klug von Ihrer Frau“, so Dr. John. Als er fünf Tage nach dem Eingriff das Krankenhaus verließ, habe der Patient zwar schon fast keine Schmerzen mehr gehabt. Dennoch solle er seinem Körper noch einige Wochen Ruhe gönnen, bevor er wieder auf den Roller steige, rät der Arzt.

Die Neurochirurgische Gemeinschaftspraxis hat seit 15 Jahren Erfahrung mit dynamischen Stabilisierungen. Mit der neuesten Technik, dem dynamischen Fixateur der Firma Surgalign, operierte Volker John bereits an die 100 Patienten erfolgreich. Die Methode wird nur in wenigen spezialisierten Zentren angeboten. Die Neurochirurgische Gemeinschaftspraxis mit Dr. John ist eines der Hospitations- und Referenzzentren für dieses Verfahren in Deutschland.
 

Ausführlicher Artikel in der Patientenzeitschrift „marien“
Sie sind an dem operativen Verfahren interessiert? Dann schauen Sie doch in die neueste Ausgabe unserer Patientenzeitschrift „marien“ (1/2021). Dort finden Sie auf den Seiten 10 und 11 neben dem textlichen Beitrag auch zahlreiche Bilder, die das operative Geschehen näher erläutern.