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Klinik für Notfallmedizin

Hier erhalten eingelieferte Schwerverletzte und akut Erkrankte eine Erstdiagnose, damit die Behandlung schnellstmöglich eingeleitet werden kann. Für die Erstdiagnose steht u.a. ein Schockraum zur Verfügung sowie eine „Chest Pain Unit“ zur Überwachung von Patienten mit unklaren Brustschmerzen. 

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Allgemein/Innere und Chirurgie/Orthopädie
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Samstag, Sonntag, Feiertag 7.00–24.00 Uhr

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Adresse

Marienhospital Stuttgart
Böheimstraße 37
70199 Stuttgart

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Aktuelles

Körper und Seele im Einklang behandeln

Zehn Jahre Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Marienhospital Stuttgart: Vor zehn Jahren öffnete die Fachklinik ihre Türen – mit dem Ziel, Menschen zu helfen, deren seelisches Leid sich in körperlichen Symptomen äußert – und umgekehrt. Heute ist die Klinik ein fester Bestandteil der medizinischen Versorgung und ein Ort, an dem Körper und Seele gleichermaßen Beachtung finden.

Das Team der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Marienhospital Stuttgart

Das Team der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Der Körper spricht, weil die Seele nicht gehört wird

„Viele Patienten kommen zu uns, weil sie sich in einem rein körperlichen oder rein psychischen Behandlungssetting nicht mehr verstanden fühlen“, sagt Dr. Johannes Becker-Pfaff, Ärztlicher Direktor der Klinik. „Wir versuchen, in Körper und Seele Entwicklungen anzustoßen – Entwicklungen, die zu weniger Leid, mehr Zufriedenheit und besserer Lebensqualität führen.“

Psychosomatische Erkrankungen sind so vielfältig wie die Menschen, die daran leiden. Manche Patienten klagen über Schmerzen, für die keine organische Ursache gefunden werden kann. Andere kämpfen mit chronischer Erschöpfung, mit Ängsten oder depressiven Verstimmungen, die ihnen den Alltag erschweren. Wieder andere leiden unter den seelischen Folgen einer schweren körperlichen Erkrankung oder traumatischen Erfahrungen. Psychosomatische Erkrankungen zeigen sich auf vielfältige Weise – doch ihnen allen liegt ein Zusammenspiel zwischen Körper, Leib und Seele, den drei voneinander untrennbaren Aspekten des menschlichen Seins, zugrunde.

»Körper und Seele sind keine Gegensätze, sondern zwei Seiten derselben Wirklichkeit.«
Dr. Johannes Becker-Pfaff

„Psychosomatik bedeutet, den Menschen in seiner ganzen Komplexität zu sehen“, fasst Dr. Becker-Pfaff zusammen. „Körper und Seele sind keine Gegensätze, sondern zwei Seiten derselben Wirklichkeit.“ Entsprechend setzt hier die Arbeit des multiprofessionellen Behandlungsteams an: Fachärzte, Psychologen, Therapeuten, Pflegekräfte und Sozialberatung arbeiten eng zusammen, um genau dieses Zusammenspiel zu verstehen. Ziel ist es, Menschen zu helfen, sich selbst und ihre Symptome besser zu begreifen – und daraus neue Wege zu entwickeln.

Ganzheitlich denken, individuell behandeln

„Jede Erkrankung hat eine körperliche und eine seelische Dimension. Deshalb müssen wir beide Ebenen gleichzeitig behandeln“, erläutert Dr. Manuel Enzenhofer, Leitender Oberarzt. Grundlage der therapeutischen Arbeit ist ein psychoanalytisches Krankheitsverständnis, das unbewusste seelische Prozesse und Beziehungserfahrungen in den Mittelpunkt stellt. Ergänzt wird dieses Fundament durch verhaltenstherapeutische, kreative und körperorientierte Verfahren.

Therapie mit vielen Facetten

Die Behandlung in der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Marienhospital ist stets multimodal – also aus mehreren, sich ergänzenden Bausteinen zusammengesetzt. Neben Einzel- und Gruppentherapie gehören dazu Kunst- und Bewegungstherapie, Achtsamkeits- und Entspannungsübungen, physiotherapeutische Anwendungen, Paar- und Familiengespräche sowie psychoedukative Angebote.

Seit Juli 2024 gibt es zudem die Traumaambulanz, die im ersten Jahr dreimal so viele Patienten betreut hat wie ursprünglich geplant. Aufgrund der hohen Nachfrage wurde die Kapazität dieser Einrichtung bereits angepasst, um der steigenden Anzahl an Betroffenen gerecht zu werden.

»Unser Ziel ist es, gemeinsam einen Weg zu finden, um wieder Halt, Sicherheit und Stabilität im Alltag zu gewinnen.«
Dr. Manuel Enzenhofer

„Viele Menschen, die eine psychische Traumatisierung erfahren haben, wissen zunächst gar nicht, wie sie auf das Erlebte reagieren sollen – oder ob ihre Gefühle überhaupt ‚normal‘ sind. In unserer Traumaambulanz schaffen wir einen geschützten Rahmen, in dem Betroffene Entlastung finden und verstehen können, was in ihnen vorgeht. Frühzeitige Hilfe kann verhindern, dass sich belastende Symptome verfestigen. Unser Ziel ist es, gemeinsam einen Wege zu finden, um wieder Halt, Sicherheit und Stabilität im Alltag zu gewinnen.“, sagt Dr. Enzenhofer.

Die Psychosomatische Institutsambulanz (PsIA), die im Mai vergangenen Jahres eröffnet wurde, schließt eine wichtige Versorgungslücke zwischen ambulanter Psychotherapie und (teil-)stationärer Psychotherapie. Diese Ambulanz bietet eine gezielte und intensive Unterstützung für Patienten, die eine Therapie benötigen, jedoch nicht in einer stationären Einrichtung behandelt werden müssen.

Früh erkennen, was belastet

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Klinik ist der psychiatrisch-psychosomatische Konsiliardienst mit über 1500 Kontakten pro Jahr im Gesamthaus. Im Konsiliardienst werden Patienten, die unter einer psychischen Symptomatik leiden, auf allen Stationen des Marienhospitals zu Diagnostik und zum Erarbeiten von Therapievorschlägen aufgesucht. So werden etwa auch Patienten des Zentrums für Schwerbrandverletzte regelmäßig behandelt. „Wir erleben täglich, wie schnell seelische Überlastungen im Klinikalltag untergehen. Damit genau das nicht passiert, gibt es unseren Konsiliardienst – wir schauen hin und sorgen dafür, dass Belastungen früh erkannt und niemand damit allein gelassen wird“, erklärt Dr. Becker-Pfaff.

Eine wesentliche Aufgabe des Konsiliardienstes, also der fachärztlichen Beratung innerhalb eines Krankenhauses, findet sich in der Interdisziplinären, multimodalen Schmerztherapie (IMST), die federführend von der Klinik für Anästhesiologie angeboten wird. Hier tragen die Mitarbeitenden der Psychosomatik die psychotherapeutischen Elemente mit Einzel- und Gruppensitzungen bei.

Darüber hinaus erstellt die Klinik Gutachten für die bariatrische Chirurgie (Adipositaschirurgie, Operation zur Gewichtsabnahme). Sie sind eine wichtige Entscheidungsgrundlage für die operative Behandlung von krankhaftem Übergewicht und tragen dazu bei, den Erfolg der chirurgischen Maßnahmen zu maximieren.

Teamarbeit als Schlüssel

Ein zentrales Element der Klinik ist die regelmäßige interdisziplinäre Teambesprechung. Hier werden alle Beobachtungen und Entwicklungen bei allen Therapieangeboten der Klinik zusammengetragen. Das schafft ein ganzheitliches Verständnis für den jeweiligen Patienten – mit seinen Symptomen, seiner Geschichte, seinen Ressourcen und seinem Umfeld. Damit dies gelingt, arbeitet ein engagiertes interdisziplinäres Team aus erfahrenen Fachkräften zusammen, das sich regelmäßig fortbildet und neueste wissenschaftliche Erkenntnisse in die Behandlung einfließen lässt. „Diese intensive Zusammenarbeit ist das Herzstück unserer Klinik“, betont Dr. Johannes Becker-Pfaff. „Nur so können wir unserem Anspruch eines ganzheitlichen Verständnisses der Erkrankungen gerecht werden.“

Ein Ort der Begegnung und Entwicklung

Ob stationär oder tagesklinisch – das Ziel ist stets, einen Raum zu schaffen, in dem Veränderung möglich wird. Die Klinik verfügt über zwölf Einzelzimmer mit Balkon und sechs tagesklinische Plätze. Hoch über den Dächern des Stuttgarter Südens eröffnet sich Patienten buchstäblich eine neue Perspektive. Die Behand-lungstage sind strukturiert: morgens Begrüßungsrunde, dann verschiedene Therapieeinheiten, nachmittags Reflexionsrunden. Diese klare Struktur gibt den Patienten Halt – und schafft Sicherheit in einer Zeit, die für viele von Unsicherheit geprägt ist.

Herausforderungen und Grenzen

Nicht jedes Krankheitsbild kann in der Klinik behandelt werden. Dazu gehören akute Suchterkrankungen, schwere Persönlichkeitsstörungen oder Psychosen, die spezialisierte Behandlungssettings benötigen. Doch für Menschen mit somatoformen Störungen, depressiven und Angststörungen, Stress- und Überlastungsreaktionen, Trauer- oder Anpassungsstörungen oder seelischen Folgen körperlicher Erkrankungen bietet die Klinik ein breites, wissenschaftlich fundiertes Spektrum an Therapien.

Psychoonkologie als zentrale Stütze der Krebsmedizin

Auch die Psychoonkologie mit knapp 4.000 Kontakten im Jahr ist ein zentraler Bestandteil der Arbeit und darüber hinaus unverzichtbar für die Zertifizierungen sämtlicher onkologischer Zentren im Haus. Das Konzept der Klinik wird von Auditoren immer wieder als außergewöhnlich hervorgehoben und spielt eine bedeutende Rolle in der ganzheitlichen Versorgung der Krebspatienten. So ist der Psychoonkologische Dienst, der eng mit den onkologischen Abteilungen des Hauses zusammenarbeitet, ein besonderes Angebot. Hier erhalten Krebspatienten sowie ihre Angehörigen psychotherapeutische Unterstützung – angefangen bei der Diagnose über die Behandlungsphase bis zur Nachsorge.

»Eine Krebserkrankung trifft Menschen selten nur körperlich – sie erschüttert oft ihr gesamtes Leben.«
Dr. Miriam Münch

„Eine Krebserkrankung betrifft Menschen selten nur körperlich – sie erschüttert oft das gesamte Leben. Trotz stetig wachsender Heilungschancen und neuer, vielversprechender Therapien bleibt das Wort Krebs mit starken Emotionen verknüpft. Es ruft nicht nur Todesängste hervor, sondern häufig auch Schuldgefühle und Scham. Kaum jemand bleibt unberührt, wenn er dieses Wort hört. Genau deshalb ist es so wichtig, Menschen in dieser Zeit nicht allein zu lassen – sondern ihnen Raum, Halt und professionelle Unterstützung zu geben“, erläutert Dr. Miriam Münch, Psychosomatikerin und Psychoonkologin.

Rückblick und Ausblick

Zehn Jahre Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Marienhospital Stuttgart – das bedeutet auch zehn Jahre persönlicher Geschichten, gelungener Entwicklungen und gemeinsamer Anstrengungen. „Wir haben in diesen Jahren viel gelernt – auch voneinander“, sagt Dr. Johannes Becker-Pfaff rückblickend. „Die psychosomatische Perspektive hat im ganzen Haus an Bedeutung gewonnen. Wir arbeiten erfolgreich immer weiter an der Sensibilität für die psychischen Komponenten aller Erkrankungen bei allen Mitarbeitenden des Marienhospitals.“

Das zehnjährige Bestehen der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie steht für den erfolgreichen Aufbau einer modernen, ganzheitlich orientierten Versorgung. Medizinische, psychotherapeutische und pflegerische Kompetenzen greifen hier eng ineinander, um komplexe Krankheitsbilder individuell zu behandeln. Anlässlich des Jubiläums geht der Dank von Dr. Johannes Becker-Pfaff, des Ärztlichen Direktors der ersten Stunde, an die Mitarbeitenden, die mit Engagement, Einfühlungsvermögen und fachlicher Kompetenz täglich für die Patienten da sind sowie an die Kollegen anderer Fachbereiche, die das Verständnis für psychosomatische Zusammenhänge mittragen. „Doch nicht zuletzt gilt mein Dank den Patientinnen und Patienten selbst, die mit ihrem Mut zur Veränderung den eigentlichen Sinn dieser Arbeit sichtbar machen“, ergänzt er.

Auch künftig wird die Klinik ihr Konzept konsequent weiterentwickeln und die Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen und niedergelassenen Partnern ausbauen. Damit bleibt sie ein verlässlicher Bestandteil der integrierten psychosomatischen Versorgung am Marienhospital Stuttgart.
 

ZEHN JAHRE PSYCHOSOMATISCHE KLINIK IN ZAHLEN
• ca. 840 vollstationäre Behandlungen
• ca. 630 tagesklinische Behandlungen
• ca. 3.000 Vorgespräche
• ca. 40.000 psychoonkologische Gespräche
• ca. 15.000 Konsile
• 10 Sommerfeste
• unzählige Begegnungen