Motive, die sich aus Farbschichten heraus entwickeln
In Johanna Sandaus Malerei zum Thema „Horizonte“ entfalten sich Landschaften, die sich ebenso konkret wie unbestimmt allmählich aus den Farbschichten heraus entwickeln. „Wenn ich anfange zu malen, weiß ich oft selbst nicht, ob es Meer oder Berge werden“, sagt die Künstlerin. Genau diese Offenheit gegenüber dem Sujet und dem Malprozess gleichermaßen formt den Charakter ihrer Bilder. Was sich dem Auge zunächst scheinbar mühelos als Landschaftsmalerei darbietet, ereignet sich in der Wahrnehmung nach und nach als Farbstimmungsbild: Schleierartig ineinander verwobene Lasuren öffnen einen visuellen Freiraum, in dem Formen sich erst verdichten, wieder verflüchtigen, schemenhaft aufscheinen oder nur noch zu erahnen sind.
Die Farbe wird dabei nicht nur zum Träger von Stimmungen und Gefühlen, sondern zeigt sich vor allem als bewusst eingesetztes Gestaltungsmittel, das den Bildraum erst hervorbringt. Der Arbeitsprozess bleibt sichtbar – in Schichtungen, Spuren, Übergängen, die das Wechselspiel von Intuition und Kontrolle nachvollziehbar machen.
Bildräume in zwei Bereichen
Feine horizontale Linien oder eine mehr oder weniger klare Horizontlinie teilen die Bildräume in zwei Bereiche: unten die Landschaft, die Berge, Meer oder Baumformationen andeutet, oben der Himmel, dessen Wolkenschlieren und diffus aufgetragene Farbflächen eine beinahe unendliche Tiefe suggerieren. Johanna Sandaus Bilder verdeutlichen, wie sich ein oszillierendes Verhältnis von Konkretion und Offenheit entfaltet. Ihre Interpretation bleibt bewusst frei – wie ein Horizont, der sich mit jedem Blick neu formt.
EINLADUNG zur VERNISSAGE
Interessierte sind herzlich zur Vernissage am 17. März um 16 Uhr in der Eingangshalle des Hauptgebäudes St. Maria (Böheimstr. 37, 70199 Stuttgart) eingeladen.
















