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Komplementär gedacht – für ein Plus an Pflege Seit diesem Jahr bereichert eine neue Fachkraft am Marienhospital Stuttgart das therapeutische Spektrum durch komplementäre und integrative Pflege. Im Fokus stehen die individuelle Begleitung von Patientinnen und Patienten zur Stärkung ihrer Selbst- wirksamkeit sowie die Schulung des Pflegeteams für eine ganzheitliche Patientenversorgung. Für mehr Selbstwirksamkeit und Lebensqualität In ihrer neuen Rolle berät und unterstützt Birgit Kröger Patien- tinnen und Patienten sowie deren Angehörige im Umgang mit ergänzenden Pflege- und Heilmethoden – darunter Aroma- oder Entspannungstechniken, Wickel, Auflagen, Akupressur und achtsamkeitsbasierte Impulse. Dabei steht nicht das Ersetzen medizinischer Verfahren im Fokus, sondern die sinn- volle und evidenzbasierte Ergänzung – individuell abgestimmt auf die Bedürfnisse und Ressourcen der Patienten. Im Mittelpunkt steht das Konzept der Selbstwirksamkeit: „Es ist ein unglaublich wichtiges Erlebnis, wenn Menschen spüren, dass sie aktiv etwas zu ihrem Wohlbefinden beitragen können – gerade in Zeiten von Krankheit und Verunsicherung“, erklärt die gelernte Krankenschwester, die nach 13 Berufs- jahren ein Studium der Pflegewissenschaft absolviert und während fünf Jahren an der Uniklinik Tübingen als wissen- schaftliche Mitarbeiterin an Forschungsprojekten zur komple- mentären, integrativen Medizin und Pflege mitgearbeitet hat. Wissen teilen, Versorgung stärken Ein wesentlicher Bestandteil ihrer Aufgabe am Marienhospital ist die Weitergabe von Wissen innerhalb des Hauses. So wer- den Schulungen und Fortbildungen für Pflegekräfte angeboten, um komplementäre Pflegeansätze praxisnah zu vermitteln und als festen Bestandteil im Pflegealltag zu etablieren. Die Rück- meldungen aus dem Team seien durchweg positiv: Viele Kolle- ginnen und Kollegen erleben die Anwendungen nicht nur als Bereicherung für die Patienten, sondern auch als stärkend im Pflegealltag selbst. Langfristig wird angestrebt, die Angebote gezielt zu strukturie- ren und zu standardisieren, damit sie für alle Stationen zugäng- lich und wirksam einsetzbar sind – als integrativer Bestandteil einer modernen, patientenzentrierten Versorgung auch in Kooperation mit der Ernährungsberatung und Physiotherapie. Ganzheitlich verbunden Mit der neuen Position setzt das Marienhospital ein klares Zei- chen für ein erweitertes Verständnis von Gesundheitsversor- gung: Körper, Geist und Seele werden als untrennbare Einheit gesehen. Birgit Kröger versteht sich hier als Brückenbauerin – zwischen klassischer Schulmedizin, komplementären Metho- den und den individuellen Lebensrealitäten der Patienten. „Manchmal sind es kleine Dinge – ein Lavendelwickel, ein Gespräch, ein Moment der Ruhe –, die große Wirkung zeigen. Wenn ein Mensch dann sagt: ‚Ich habe das selbst geschafft‘, ist genau das unser gemeinsamer Erfolg.“ Birgit Kröger (li.) praktiziert eine Aromaöleinreibung bei Unruhe und Stress PFLEGE 44 marien 02 | 2025
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