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Der lange Weg nach Untermarchtal

Die geistlichen Ursprünge

Die geistlichen Ursprünge des Marienhospitals liegen in Frankreich. Dort gründete der Priester Vinzenz von Paul im 17. Jahrhundert die Ordensgemeinschaft der „Barmherzigen Schwestern“. Anlass war die Not weiter Teile der Bevölkerung im Frankreich des Dreißigjährigen Krieges. Vinzenz begegnete ihr mit der Gründung von Hospitälern, Kinderheimen und weiteren sozial-caritativen Einrichtungen. In diesen Einrichtungen kümmerten sich „Barmherzige Schwestern“ um Kranke, Arme und Findelkinder. „Liebe sei Tat“ lautete ein Leitspruch Vinzenz von Pauls. Die Barmherzigen Schwestern waren eine der ersten Ordensgemeinschaften, die nicht abgeschottet hinter Klostermauern lebten, sondern tatkräftig den Bedürftigen halfen.

Schwäbisch Gmünd: Ehemaliges Mutterhaus

Mutterhaus der Barmherzigen Schwestern in Schwäbisch Gmünd.

Wurzeln in Schwäbisch Gmünd

Die Wurzeln der heute in Untermarchtal ansässigen Vinzentinerinnen liegen in der Stadt Schwäbisch Gmünd. Mitte des 19. Jahrhunderts herrschte in den beiden dortigen Hospitälern großer Geld- und  Personalmangel. In ihrer Not wandten sich die beiden Kapläne Sebastian Zeiler und Salesius Khuen, die der Armenkommission vorstanden, ans Mutterhaus der Barmherzigen Schwestern in Straßburg. Sie fragten an, ob einige der Straßburger Schwestern sich in Schwäbisch Gmünd um die Armen und Kranken kümmern könnten. Die französische Ordensgemeinschaft versprach Hilfe und entsandte 1852 vier ihrer Schwestern nach Schwäbisch Gmünd. Das Straßburger Mutterhaus knüpfte seine Unterstützung aber an die Bedingung, dass die Schwestern nach sechs Jahren ein eigenes Mutterhaus gründen und sich so von der Straßburger Gemeinschaft abnabeln sollten.

Misstrauen gegen „Ausländerinnen“

Den „ausländischen Schwestern“ begegneten Bevölkerung und staatliche Kirchenbürokratie zunächst mir großem Misstrauen. Durch ihre tatkräftige Arbeit wurden die Schwestern aber schließlich von den Württembergern anerkannt. Die Gemeinschaft vergrößerte sich innerhalb von sechs Jahren von ursprünglich vier auf 54 Schwestern. Sie stammten aus dem württemberger Raum und waren im Straßburger Mutterhaus durch Postulat und Noviziat auf ihren Dienst vorbereitet worden. Am 2. Juli 1858 bezogen die Schwestern in Schwäbisch Gmünd ein eigenes Mutterhaus. Da weder das Straßburger Mutterhaus noch die Stadt Schwäbisch Gmünd Gelder für ein solches Gebäude aufzubringen vermochte, musste es über Kollektengelder und Spenden finanziert werden.

Dunkler Holzschuppen als Kapelle

Das Gebäude erinnerte anfangs, glaubt man der Ordenschronik, mehr an den Stall von Bethlehem als an ein Kloster: „Beim Einzug hatten wir zwei Gulden, 17 Kreuzer und ein leeres Haus. Es gab nur ein vollständiges Bett. Zur ganzen Ausstattung zählten ein Tisch und vier Stühle. Für die Küche schenkte uns eine Bäckersfrau einen Laib Brot und ein Schüssel Mehl. Ein dunkler Holzschuppen ohne  Boden sollte als Kapelle dienen. Wir waren an die Armut im Stall zu Bethlehem erinnert.“

Raumnot immer drückender

Die Gmünder Gemeinschaft wuchs trotz der widrigen Umstände rasch an. Da sie inzwischen von Straßburg unabhängig geworden war, eröffnete sie auch ein eigenes Noviziat. Dadurch wurde es möglich, in Schwäbisch Gmünd junge Ordensschwestern auszubilden. In wenigen Jahren entschlossen sich hunderte von Frauen für ein Noviziat bei den Vinzentinerinnen. Dadurch wurde die Raumnot im Mutterhaus immer drückender. Erweiterungen waren aber wegen der Lage im Stadtkern nicht möglich. Doch Ende der achtziger Jahre ergab sich endlich eine günstige Gelegenheit für einen Umzug in ein größeres Mutterhaus.

Der Umzug nach Untermarchtal

Der Kaufmann Josef Linder hatte 1886 das ehemalige Schlossgut der Herren von Speth in Untermarchtal gekauft. Die Tochter Josef Linders, Margarete, war 1867 der Gmünder Schwesterngemeinschaft beigetreten. Und so stellte Josef Linder den Schwestern das Schlossgut zu sehr günstigen Bedingungen zur Verfügung. Am 16. September 1891 konnten die Schwestern – es waren mittlerweile mehr als 500 – nach Untermarchtal umsiedeln, wo bis heute ihr Sitz ist.

Kontakt

Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul

Margarita-Linder-Straße 8
89617 Untermarchtal
Telefon: 07393 30-0
Telefax: 07393 30-560
kontakt@untermarchtal.de

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