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Geschichte des Marienhospitals

Gegründet wurde das Marienhospital im Jahr 1890. In dem heute noch bestehenden Neorenaissance-Gebäude an der Böheimstraße eröffnete die Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern ein Krankenhaus mit zunächst neunzig Betten. Die Stuttgarter Bevölkerung stand zunächst dem heute denkmalgeschützten „Wahrzeichen“ des Marienhospitals in den Gründungsjahren misstrauisch gegenüber. Das Haus sei „a Luschtschlössle, aber koi rechts Spidal“ ließ manch ein Stuttgarter verlauten. Andere Stimmen in der überwiegend protestantischen Bevölkerung kritisierten zudem, man bekäme mit dem katholischen Krankenhaus „jetzt auch noch a Kloschter nach Sturgat“.

Durch ihren tatkräftigen Einsatz in der Krankenpflege konnten die Schwestern solcherlei Vorbehalte aber rasch entkräften. Die liebevolle Art der Schwestern im Umgang mit den Patienten und die gleichzeitige Orientierung des Krankenhauses an den modernsten medizinischen und baulichen Standards sorgten dafür, dass das Marienhospital bald einen ausgezeichneten Ruf genoss. Die Belegungszahlen stiegen schnell an; schon bald konnten nicht mehr alle Patienten wunschgemäß aufgenommen werden.

So standen bereits in den 90-er Jahren des 19. Jahrhunderts die ersten baulichen Erweiterungen an. Hinter dem damaligen Hauptgebäude an der Böheimstraße wurde 1894 das Josephshaus mit weiteren 45 Betten eröffnet. 1897 gesellte sich das Gebäude Sankt Vinzenz hinzu, 1902 folgte das Gebäude Sankt Paul. Die Bettenzahl stieg von 90 im Gründungsjahr im Lauf der Jahrzehnte auf 784 an. In der ersten Zeit wurden im Marienhospital jährlich etwa 500 Patienten stationär behandelt, heute sind es fast 30 000.

Zeichnung des alten Marienbaus
Der alte Marienbau, heute das "Wahrzei- chen" des Hauses
Zeichnung des alten Paulsbaus
Der Paulsbau aus dem Jahr 1902