Veränderungen im Blutbild
Veränderungen des Blutbildes sind sehr vieldeutig. Folgende wichtige Veränderungen werden bei entzündlich rheumatischen Erkrankungen gefunden:
Anämie
Das Hämoglobin (Hb) ist niedrig, die Zahl roter Blutkörperchen (Erythrozytenanzahl) erniedrigt, was bei einer Entzündung häufig vorkommt. Wenn der Hämoglobinwert bei Einnahme von bestimmten Rheumamedikamenten – etwa NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika) oder Coxiben – im Vergleich zu früheren Werten abnimmt, so ist das ein Alarmzeichen und kann auf eine Blutung im Magen oder Darm hindeuten. In seltenen Fällen kommt es zu einer Zerstörung von roten Blutkörperchen, wenn zum Beispiel bei schweren Schüben von Kollagenosen oder Vaskulitiden ein Abfall des Hb beobachtet wird.
Vermehrung der Leukozyten (weißen Blutkörperchen)
Hierfür gibt es viele mögliche Ursachen. Am häufigsten kommt es bei bakteriellen Infekten, bei Einnahme von Cortison, aber auch bei entzündlich rheumatischen Erkrankungen vor.
Und zwar insbesondere bei folgenden Krankheitsbildern:
- Still-Syndrom (einer Sonderform der Rheumatoiden Arthritis)
- Churg-Strauss-Syndrom
- Infektarthritis
- Panarteriitis nodosa
- Purpura Schönlein-Henoch
- Kawasaki-Syndrom des Kindes.
Verminderung der Leukozyten
Beim Systemischen Lupus erythematodes, bei der Mischkollagenose und beim Felty-Syndrom, einer Sonderform der Rheumatoiden Arthritis, kommt es vor, dass niedrige Leukozytenzahlen festgestellt werden. Neben Infektionskrankheiten sowie Blut- oder Lymphkrankheiten können insbesondere Nebenwirkungen von Medikamenten zu einer Verminderung der Leukozyten führen. Hier sind sofort Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
