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Bei der ERCP handelt es sich um eine Röntgenuntersuchung der Gallengänge und des Bauchspeicheldrüsengangs. Dazu wird ein biegsames optisches Instrument, Duodenoskop genannt, über die Mundhöhle, die Speiseröhre und den Magen in den Zwölffingerdarm vergeschoben. Dort sitzt der Einführungsgang für die Gallenwege und den Bauchspeicheldrüsengang auf einer kleinen warzenförmigen Erhebung (Papilla vateri). Üblicherweise bekommt der Patient für diese Untersuchung eine Rachenbetäubung und eine Beruhigungsspritze. Die ERCP wird auch nur in seltenen Fällen ambulant durchgeführt, meist bleibt der Patient zumindest für eine Nacht stationär.
Um das Duodenoskop zu schützen, erhält der Betreffende einen Beißring, den er mit den Zähnen festzuhalten hat. Anschließend muss er sich in die Bauchlage begeben oder sich ganz leicht auf die linke Seite legen. In dieser Position führt dann der Arzt das Instrument ein. Die Untersuchung verläuft aus Sicht des Patienten ähnlich wie eine Magenspiegelung ab; allerdings wird immer wieder durchleuchtet, um den Verlauf des vorab eingespritzten Kontrastmittels in den Gallengängen zu sehen. Gegebenenfalls wird auch ein kleiner Schnitt mit dem elektrischen Messer an der Papille vorgenommen, um Steine, die sich eventuell in einem Gallengang gesammelt haben, herausholen zu können.
Die Untersuchung dauert normalerweise 15 bis 30 Minuten.
Komplikationen sind dank der fortlaufenden technischen Entwicklung und der großen Erfahrung eines gut ausgebildeten Untersuchers äußerst selten geworden. Die Routine-ERCP gilt heute als ungefährliche Untersuchungsmethode, auch für Patienten mit Herz- und Lungenkrankheiten. Vor einer Untersuchung wird über mögliche Gefahren und Risiken aufgeklärt.
Im Marienhospital werden jährlich etwa 300 ERCP-Untersuchungen durchgeführt.
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