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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Mit den nachfolgenden Informationen in Frage-Antwort-Form möchten wir Sie auf Ihre Dialyseshunt-Operation in unserem Zentrum und die Zeit danach vorbereiten. Für weitere oder speziellere Fragen können Sie gerne einen Sprechstundentermin vereinbaren. Wir stehen für ein Gespräch bereit.

Weshalb ist eine Operation notwendig?

In der Regel werden Patienten, bei denen eine chronische Niereninsuffizienz vorliegt, mehrfach in der Woche dialysiert. Die oberflächlichen Blutgefäße sind aber im Normalfall nur schlecht zugänglich oder haben einen zu geringen Blutfluss. Somit muss operativ eine Verbindung zwischen Arterie und Vene angelegt werden.
 Über die Operation und die Narkose werden Sie von unseren Ärzten ausführlich beraten und aufgeklärt. Wenn Sie spezielle Fragen haben, schreiben Sie diese für das Gespräch auf!
    Vor der Operation wird jeder Patient von einem Facharzt untersucht und das arterielle und venöse System mittels farbkodiertem Ultraschall dargestellt. Dabei entsteht ein persönliches Konzept für den Dialysezugang.

Was ist ein Dialyseshunt?

Bei der künstlichen Blutwäsche im Rahmen eines akuten oder chronischen Nierenversagens wird das Blut des Patienten von Stoffwechselprodukten und Wasser gereinigt. Dazu müssen etwa 300 ml Blut pro Minute durch eine Dialysemaschine geleitet werden.
    In den Venen, die direkt unter der Haut liegen und punktiert werden können, ist der Blutfluss zu gering. Die Arterien liegen tiefer im Gewebe und sind nur schwierig und oft schmerzhaft zu punktieren. Daher muss für die dauerhafte Blutwäsche operativ ein spezieller Gefäßzugang – in der Fachsprache Dialyseshunt genannt – geschaffen werden.
    Ziel des Eingriffs ist es, die Vorteile beider Gefäßarten zu kombinieren. Dies wird dadurch erreicht, dass eine größere Hautvene mit einer gut erreichbaren Arterie verbunden wird unter Umgehung des Kapillarkreislaufs. Diese Kurzschlussverbindung wird als AV-Shunt, AV-Fistel oder arterio-venöser Shunt bezeichnet.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Dialyseshunt-Anlage?

Die Entscheidung zur Shuntanlage wird durch Ihren behandelnden Nephrologen gestellt. Bei akutem Nierenversagen muss ein schnell funktionierender Dialysezugang angelegt werden, meist ein Vorhofverweilkatheter über die rechte Halsvene. Der operativ, mit körpereigener Vene und Arterie angelegte Shunt ist nicht sofort punktierbar. Die Shuntvene wird durch die Verbindung mit der Arterie einem sehr viel höherem Druck ausgesetzt. Dadurch verändern sich die Wanddicke und der Durchfluss. Die Vene „maturiert“, was bedeutet, dass sie reift und sich den neuen Belastungen anpasst. Dieser Vorgang dauert drei bis sechs Wochen. Erst danach darf der Shunt punktiert werden. Aus diesem Grund wird Ihr Nephrologe bei chronischer Niereninsuffizienz und bei sich verschlechternden Funktionswerten die Shuntanlage frühzeitig durchführen lassen.
    Bei Patienten mit schlechten Gefäßverhältnissen muss oft ein Shunt mit einer Kunststoffprothese angelegt werden. Dabei ist eine Punktion nach zwei bis drei Wochen möglich.

Welcher Shunt kommt bei mir infrage?

Abhängig von der klinischen und der farbkodierten Ultraschalluntersuchung werden idealerweise körpereigene Venen und Arterien am nicht dominanten Unterarm verwendet. Manchmal sind die Gefäße aber auch erst in der Ellenbeuge oder am Oberarm vom Durchmesser her ausreichend. Sind die oberflächlichen Gefäße nicht anschlussfähig, muss auf tiefer liegende Venen und Arterien zurückgegriffen werden. Es erfolgt keine Direktnaht, sondern Arterie und Vene werden über eine Kunststoffprothese verbunden.
    Wenn diese Arten des Gefäßzugangs nicht möglich sind oder keine Zeit zur Anlage eines Dialyseshunts verbleibt, wird durch Punktion der Halsvene vorübergehend eine Kunststoffkanüle als Vorhofverweilkatheter eingebracht. Ein Teil des Katheters liegt dabei unter der Haut, um das Infektrisiko zu reduzieren.

Auf was soll ich vor der Operation achten?

Ihre oberflächlichen Venen werden die zukünftigen Lebensadern sein. Daher sind keine Blutabnahmen an anschlussfähigen Venen erlaubt. Fragen Sie Ihren Nephrologen nach einem Venentraining!

Wie läuft die Operation ab?

Zusammen mit dem zuweisenden Nephrologen besprechen wir mit Ihnen ausführlich die notwendigen Maßnahmen, um den lebenswichtigen Zugang zur Hämodialyse anzulegen oder zu revidieren. In der Regel wird die Operation für eine Erstanlage kurzstationär (1 Übernachtung) durchgeführt. 

Was bedeutet Revision und wann ist sie notwendig?

Ist eine Dialyseshunt-Anlage nicht mehr funktionstüchtig, muss erneut operiert werden (Revision). Bei Revision ohne Kunststoffprothese müssen 2–3 Tage und mit Kunststoffprothesen 2–5 Tage Krankenhausaufenthalt eingerechnet werden.
    Wenn immer möglich, werden Revisionen so durchgeführt, dass kein Vorhofverweilkatheter benötigt wird. Sollten Sie dennoch einen brauchen, informieren wir uns darüber, welche Katheter (1 oder 2 Lumenkatheter) Ihre Dialysepraxis bevorzugt und werden diese dann verwenden.
    Gerade Revisionseingriffe erfordern ein hohes Maß an Erfahrung. Gefäßchirurgische und interventionelle Eingriffe werden individuell eingesetzt, um eine möglichst lange Lebensdauer des Shunts zu ermöglichen. Für Shuntdarstellungen und rein interventionelle Eingriffe steht uns mit der Radiologischen Klinik im Marienhospital ein kompetenter Partner zur Seite. Angiografien können hier auch mit der nicht nierenbelastenden CO2-Angiografie durchgeführt werden. 

Auf was soll ich nach der Operation achten?

Auch nach Anlage eines Dialyseshunts sollten Sie die Ausbildung der Venen mit einem Shunttraining unterstützen. Mit dem Finger kann man ein pulsierendes Schwirren am Shunt fühlen. Durch Abtasten und Abhören werden Sie ein Gefühl für Ihren Shunt entwickeln können.

Nach wie viel Tagen können die Hautfäden entfernt werden?

Die farbigen Fäden lösen sich nicht auf und sollten nach zehn Tagen durch Ihren Nephrologen entfernt werden. Diese Fäden sind entweder einzelnen gestochen oder bilden eine fortlaufende Naht. Lassen sich Fäden nicht ziehen, sind wir gerne beim Entfernen behilflich.

Wie lange brauche ich Pflaster auf den Wunden?

Pflaster schützen die Wunde vor Schmutz und nehmen Wundsekret auf. Die Pflaster sind bis zum Wundverschluss etwa vier bis fünf Tage lang notwendig. Danach sind sie nicht mehr erforderlich. Wenn die Wunde nässt oder die Fadenenden stören, können Pflaster auch länger benützt werden.

Was soll ich tun, wenn die Wunde nässt und gerötet erscheint?

Vermehrtes Wundsekret kann ein Hinweis für eine schlechte Wundheilung sein. Unter Umständen wird Fettgewebe durch den Körper aufgelöst und bildet im Unterhautfettgewebe eine Flüssigkeitsansammlung, die durch die Wunde austritt. Ist die Wunde außerdem gerötet, weist dies eventuell auf eine eitrige Entzündung hin.
    Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann nach jedem operativen Eingriff eine Entzündung auftreten. Bei einer solchen Komplikation muss die Wunde eröffnet werden. Danach heilt sie unter Verwendung moderner Wundverbandsmaterialien über einen verlängerten Zeitraum ab.

Was soll ich machen, wenn die Wundschmerzen schlimmer werden?

In seltenen Fällen kann es nach einer normal verlaufenen Operation zu Komplikationen kommen, die sich zum Beispiel durch anhaltende Schmerzen bemerkbar machen. Besonders in Begleitung mit Fieber, Wundrötung und Wundsekretion empfehlen wir Ihnen, zur Sicherheit rasch Ihren Nephrologen aufzusuchen oder zu uns in die Klinik zu kommen.

Ab wann kann ich duschen?

Nach vier Tagen ist eine Wunde so verheilt, dass sie mit Wasser und Seife in Kontakt kommen kann. Sie können dann problemlos duschen.

Kontakt

Sprechstunde für pAVK/Shunt

Sie haben noch Fragen zum Dialyseshunt oder möchten gerne einen Sprechstundentermin ausmachen? Dann rufen Sie uns an.

 

Telefon Sekretariat: 0711 6489-8341
Telefon Station: 0711 6489-2245
E-Mail: gefaesschirurgie@vinzenz.de

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Patienteninformation zur Dialyseshunt-Operation

Hier können Sie alles Wissenswerte rund um die Dialyseshunt-OP einsehen (PDF-Datei, 95 KB).

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