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Therapie

Wann ist eine Behandlung notwendig?

Ob eine Behandlung von Uterusmyomen notwendig ist, hängt von den klinischen Symptomen und der individuellen Patientensituation ab. Wesentlich für die richtige Therapiewahl sind unter anderem das Alter der Patientin, die weitere Lebens- und Familienplanung sowie die Ausprägung myombedingter Beschwerden. Des Weiteren sind Informationen über Anzahl, Lage und Größe der gutartigen Geschwulste in der Gebärmutter zur weiteren Therapieplanung erforderlich.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

  1. Beobachten:
    Bei einer zufälligen Diagnose von Uterusmyomen, die keine Beschwerden hervorrufen, ist in der Regel keine Behandlung erforderlich.
  2. Medikamentöse Therapie
    Um Myome zu verkleinern und operierbar zu machen, können zeitlich begrenzt Medikamente eingenommen werden, die den Hormonspiegel im Körper senken (z. B. GnRH-Analoga und Ulipristalacetat, ein Progesteron-Rezeptor-Modulator).
  3. Operative Behandlungsmöglichkeiten:
    An operativen Behandlungsformen stehen die laparaskopische Myomausschälung (Enukleation) per Bauchspiegelung, die hysteroskopische Myomausschälung (Enukleation) per Gebärmutterspiegelung, die laparatomische Myomausschälung (Enukleation) per Bauchschnitt und die komplette Gebärmutterentferung zur Verfügung.
  4. Interventionell radiologísche Behandlungsmethoden:
    Patientinnen, die keine operative Behandlungsform wünschen, bieten sich Alternativen der minimal-invasiven bildgesteuerten Eingriffe in der Radiologie an, bei denen jeweils die Gebärmutter erhalten bleibt.
    a) Myom-Embolisation:
    Hierbei führt der behandelnde Arzt in örtlicher Betäubung einen dünnen Katheter über ein Blutgefäß in der Leiste in die Blutgefäße vor, welche die Gebärmuttergeschwulst versorgen. Kleine Kunststoffkügelchen können über den Katheter in das versorgende Gefäß eingebracht werden und dieses verstopfen. Die Myome wachsen dadurch nicht mehr weiter, sondern das Gewebe beginnt langsam zu schrumpfen. Die Beschwerden der Patientinnen werden so gelindert.
    b) Magnetresonanz-gesteuerte fokussierte Ultraschalltherapie (MR-HIFU)
    Bei diesem Verfahren werden Myome – durch die Magnetresonanztomografie gesteuert – einem Bündel von hochintensiven Ultraschallwellen ausgesetzt. Die Schallenergie erzeugt im Myom eine Temperatur von 60 bis 80 Grad Celsius. Diese genügt, um das Gewebe „einzuschmelzen“. Die Myome verkleinern sich, und die Beschwerden der Patientinnen nehmen in der Folge ab. Die Behandlung erfolgt in einem Magnetresonanztomografen in Bauchlage. Während des Eingriffs werden in Echtzeit Bilder aus dem Körperinneren geliefert; gleichzeitig wird die Temperatur im Myom laufend gemessen. So ist es möglich, umliegendes Gewebe gezielt zu schonen und nur das Myom zu behandeln.

Information

Operation ohne Skalpell und Schnitte

Hier können Sie sich genauer über die neu angeschaffenen radiologischen Großgeräte im Marienhospital informieren und welche Eingriffe damit möglich sind (Artikel aus der Patientenzeitschrift marien, Ausgabe 1/2013).

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MR-geführter fokussierter Ultraschall zur Myombehandlung

Hier können Sie die Ergebnisse des 3. radiologisch-gynäkologischen Expertentreffens einsehen, das am 14.1.2017 in Berlin stattfand. In einem Konsen­suspapier werden Empfehlungen ausgesprochen, die den derzei­tigen Wissensstand widerspiegeln (PDF-Datei, 115 KB).

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