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Krankheiten und Ernährung

Ernährung nach chirurgischen Eingriffen

Nach operativen Eingriffen an den Verdauungsorganen – Magen, Dünn- oder Dickdarm, Leber, Gallenblase oder Bauchspeicheldrüse – ist ein stufenweiser Kostaufbau erforderlich. Der Patient, der zunächst künstlich (parenteral) ernährt wird, erhält nach und nach gut verträgliche Speisen wie Tee, leichte Suppen, magere Fleisch- und Fischgerichte, bekömmliche Gemüsearten, Beilagen und Nachspeisen. Innerhalb weniger Tage erweitert sich der Speiseplan zu einer „leichten Vollkost“.
    Im persönlichen Beratungsgespräch erarbeitet die Diätassistentin mit dem Patienten ein individuelles Ernährungskonzept. Besprochen werden die Auswahl bekömmlicher Lebensmittel, deren Zubereitung, die Verteilung der Mahlzeiten und Vorschläge für die praktische Umsetzung im Alltag. Bei Bedarf werden weitere diätetische Behandlungsmöglichkeiten erörtert. Diese beziehen sich beispielsweise auf den Einsatz spezieller diätetischer Lebensmittel, das Vorbeugen von Mangelernährung oder das Abstimmen der Ernährung bei der eventuellen Einnahme von Verdauungsenzymen.

Ernährung bei Stoffwechselerkrankungen, Übergewicht und Adipositas

Die tägliche Ernährung ist ein wichtiger Faktor, um Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen, Übergewicht und Adipositas zu behandeln. Kernpunkte im Beratungsgespräch sind die Energiezufuhr, die Auswahl der fett- und kohlenhydrathaltigen Lebensmittel und Speisen.
    Wichtig für den Therapieerfolg ist ein Ernährungskonzept, das sich im Alltag dauerhaft umsetzen lässt und die Lebensqualität erhält. Denn: Essen und Trinken gehören für viele Menschen zur Lebensqualität.
    Im Beratungsgespräch oder in ausführlichen Schulungen werden die Auswirkungen einer angepassten Ernährung zum Beispiel auf den Blutzucker, das Körpergewicht oder auf weitere ernährungsabhängige Parameter erläutert. Detailliert werden die Lebensmittelauswahl, die Zusammensetzung und Herstellung der Speisen und die Portionsgrößen besprochen. Die Teilnehmer üben mit Lebensmittelattrappen die Zusammenstellung ihrer Mahlzeiten. Weitere Inhalte beziehen sich auf den Lebensmitteleinkauf, die Speisenzubereitung und auf viele Alltagssituation, etwa im Restaurant oder in der Betriebsverpflegung, Essen im Urlaub oder bei feierlichen Anlässen.
    Zusätzlich besteht das Angebot, in praktischen Schulungen oder Kochkursen praxisnahe und schnelle Alternativen für den Alltag kennenzulernen.

Ernährungsberatung bei onkologischen Erkrankungen

Postoperativ, nach Chemotherapie und strahlentherapeutischer Behandlung leiden die Betroffenen häufig unter Appetitmangel, Gewichtsverlust und verschiedenen Verdauungsbeschwerden. Wir beraten Patienten aller Fachkliniken während ihres stationären Aufenthalts und für zu Hause.
    Eine individuelle Ernährungstherapie erhalten Patienten, die sich in einem sehr schlechten Ernährungszustand befinden. Ergänzend zu einer enteralen oder parenteralen Therapie berechnen und planen wir das tägliche Speisenangebot.
    Auf den Palliativstationen besprechen wir täglich mit den Patienten die Zusammenstellung der Haupt- und Zwischenmahlzeiten aus dem Angebot der Krankenhausküche. Dabei berücksichtigen wir die individuellen Vorlieben bei der Speisenauswahl und bringen bei Bedarf ergänzende Vorschläge im Rahmen der Therapie ein. Mit der verantwortlichen Diätassistentin in der Diätküche stimmen wir die gesteuerte Wunschkost ab.

Ernährungsberatung bei Kau- und Schluckbeschwerden

Das Risiko für eine Energie- und Nährstoffunterversorgung ist für Patienten mit anhaltenden Kau- und Schluckstörungen sehr hoch. Die Gründe dafür sind vielfältig: Sie liegen in der eingeschränkten Lebensmittel- und Speisenauswahl, daran, wie die Speisen aussehen und wie sie hergestellt sind.
    Bei Erkrankungen und operativen Eingriffen im HNO-Bereich und der Speiseröhre, nach Schlaganfall oder infolge fortgeschrittenen Alters sind Kau- und Schluckbeschwerden verbreitet. Dies wirkt sich auf die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme aus. Das Beschwerdebild kann von leichten über schwerwiegende Störungen bis hin zur völligen Schluckunfähigkeit reichen.
   Für Patienten mit einer Schluckstörung (Dysphagie) ist Essen und Trinken sehr anstrengend. Im Beratungsgespräch orientieren wir unsere diätetischen Empfehlungen am individuellen Kau- und Schluckvermögen des Patienten. Wir beraten, wie sich eine flüssige Kost, pürierte Kost, weiche Kost oder eine teiladaptierte Kost umsetzen bzw. gestalten lässt. Verschiedene diätetische Lebensmittel erleichtern die Zusammenstellung dieser Kostformen, beispielsweise Instant-Dickungsmittel, energiereiche Trinknahrungen und Nährstoffsupplements.

Ernährungsberatung bei gastroenterologischen Erkrankungen

Bei Krankheitsbildern – wie entzündlichen Darmerkrankungen, Divertikulose, Verstopfung, gluteninduzierter Enteropathie, Laktoseintoleranz oder Nahrungsmittelallergien – sind diätetische Maßnahmen Bestandteil der Therapie. Wir beraten unsere Patienten, wie sie die Diät praktisch umsetzen können. Bei Bedarf stimmen wir die individuelle Nahrungsmittelauswahl mit der Diätküche des Marienhospitals ab.

Ernährungsberatung bei neurologischen Erkrankungen

Nach einem Schlaganfall betreuen wir Patienten mit Kau- und Schluckbeschwerden. Bei auftretenden Risikofaktoren wie erhöhten Blutfettwerten, erhöhter Blutglukose oder Übergewicht/Adipositas zeigen wir Wege zu einem gesunden Ernährungsstil auf. Wir sind Ansprechpartner für Patienten, die Fragen zu ihrer Ernährung haben, etwa bei Multipler Sklerose oder bei Morbus Parkinson.

Ernährungsberatung in der Frauenklinik

Treten in der Schwangerschaft erhöhte Blutzuckerwerte auf oder besteht eine diabetische Stoffwechsellage, ist eine individuell abgestimmte Ernährung nötig. Gemeinsam mit Ärzten und Diabetesberatern schulen wir die Patientinnen zum Wohl von Mutter und Kind. Bei alternativen Ernährungsformen suchen wir zusammen mit der werdenden Mutter nach Lösungsmöglichkeiten, die eine adäquate Energie- und Nährstoffzufuhr erlauben.
    Wir begleiten die Wöchnerin nach der Entbindung mit einem Beratungsangebot für eine gesunde Ernährung während der Stillzeit. Für junge Eltern gibt es das Programm „STÄRKE“ des Landes Baden-Württemberg. Daran beteiligen wir uns mit einer Vortragsreihe und praktischen Kocheinheiten.
    Bei Patientinnen mit Brustkrebs beantworten wir Fragen zur Ernährung, wobei ein gesunder Ernährungsstil im Mittelpunkt steht. Außerdem beraten wir bei therapiebedingten Begleitsymptomen und besprechen, welche Ernährungstherapie wann unterstützend sein kann.

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