Leistungsspektrum
Die Behandlungsschwerpunkte in der Strahlentherapie sind:
- Bei bösartigen Tumorerkrankungen:
- perkutane Therapie mit Linearbeschleuniger (häufig im Rahmen einer Kombinationstherapie, genannt Radiochemotherapie)
- Elektronenstrahlung von Linearbeschleunigern bei Hautkarzinomen und anderen oberflächlichen Gewebeveränderungen
- HDR-Brachytherapie in Afterloading-Technik
- Bei gutartigen Erkrankungen:
- niedrig dosierte Strahlentherapie
- Behandlung von Fersensporn
- Behandlung von Prostatakrebs
Therapieablauf
Die Therapie läuft in der Regel wie folgt ab:
- Anmeldung in der Ambulanz
- Erst- oder Aufklärungsgespräch: Bevor mit vorbereitenden oder therapeutischen Maßnahmen begonnen wird, findet zunächst mit jedem einzelnen Patienten ein ausführliches Erstgespräch statt.
- Bestrahlungsplanung: Die nächsten ein oder zwei Termine gelten der präzisen Planung der bevorstehenden Bestrahlung mittels Bestrahlungsplanungs-Computertomografie und Durchleuchtung am Simulator.
- Simulation der Bestrahlung: Zuvor müssen die ermittelten Bestrahlungsparameter und das zu bestrahlende Tumorgewebe jedoch exakt aneinander ausgerichtet werden. Die Bestrahlung wird deshalb zunächst an einer Durchleuchtungseinheit simuliert.
- Bestrahlungssitzungen: In der Regel erfolgen die einzelnen Bestrahlungen ambulant, bei Bedarf ist auch eine stationäre Behandlung möglich. Die gesamte Therapie kann sich über mehrere Wochen erstrecken.
Prinzipien
Unsere Patienten werden nach den aktuellen Empfehlungen der onkologischen Fachgesellschaften und nach eingehender Beratung in der interdisziplinären Tumorkonferenz behandelt. Jede Therapie wird nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung und nach ausführlicher Besprechung mit dem Patienten festgelegt. Während und nach der Therapie werden Wirkung und mögliche Behandlungsfolgen engmaschig überwacht und – soweit möglich – für den Patienten optimiert.
Ziel der modernen Strahlentherapie sind organ- und funktionserhaltende Konzepte und Verfahren. Dies bedeutet beispielsweise im Fall eines Patienten mit Kehlkopfkrebs, dass dessen Atemwegs-, Sprach- und Schluckfunktionen weiterhin erhalten bleiben oder bei einem Betroffenen mit Analkrebs (Analkarzinom), dass er keinen künstlichen Darmausgang benötigt. Durch eine optimale Planung und hohe Präzision der Strahlenanwendung wird die Wirkung der Strahlung zur Vernichtung des Tumors gesteigert und gleichzeitig eine bessere Verträglichkeit der Therapie mit geringeren Nebenwirkungen erreicht.
Die Überprüfung des Behandlungserfolgs bei Strahlenbehandlungen (Nachsorge) erfolgt nach der Richtlinie „Strahlenschutz in der Medizin“ vom 24.6.2002 zur Strahlenschutzverordnung. Nach Abschluss der Behandlung werden folgende Intervalle angeboten: nach 3 Monaten, nach 6 Monaten und nach 12 Monaten, danach jährlich. Selbstverständlich können Patienten mit Fragen oder Problemen kurzfristig vorstellig werden.
Innovation
Durch die Teilnahme an nationalen und internationalen Studien haben unsere Patienten die Möglichkeit, an innovativen, noch nicht fest etablierten Therapiekonzepten teilzunehmen. Wir versuchen in diesen Studien, den Ablauf komplexer Behandlungen mittels Strahlentherapie, Chemotherapie und Operation zu optimieren. Von besonderem Interesse sind hierbei die Wechselwirkungen von Medikamenten und Strahlentherapie im Tumor und im Normalgewebe.
Folgende Verfahren werden angewandt:
- Bildfusion diagnostischer Computertomografie, Magnetresonanztomografie und Positronenemissionstomografie zur Bestrahlungsplanung
- Intensitätsmodulierte Strahlentherapie-Techniken (IMRT)
Palliativmedizin
Für Patienten, die palliativmedizinisch betreut werden, stehen insgesamt 20 Betten zur Verfügung. Leiterin der beiden Palliativstationen im Marienhospital ist Oberärztin Dr. med. Elisabeth Bürger.
Ausführliche Informationen zur Palliativmedizin am Marienhospital finden Sie unter Fachbereiche/Palliativstationen.