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Stentimplantationen

Zentral-venöse Stenose

Bei Einengungen und -verschlüssen großer zentraler Venen durch Narben oder bösartige Tumoren kann der Rückstau von Blut in die Arme, den Hals und den Kopf in vielen Fällen schnell gebessert werden, indem man Gefäßstützen einsetzt (Stentimplantation).

Wiederherstellung der Funktion des Hämodialyseshunts

Als Hämodialyseshunt bezeichnet man eine Gefäßschlinge, über die eine künstliche Niere angeschlossen wird. Ist die Schlinge verengt oder verschlossen, so stehen wie im arteriellen System interventionelle Verfahren zur Verfügung, um sie wieder zu öffnen.
    Am häufigsten wird die Aufdehnung mittels Ballonkatheter eingesetzt. Im Unterschied zum arteriellen System sind hier allerdings Hochdruckballonkatheter mit einer Belastbarkeit von bis zu 25 bar notwendig, um einen ausreichenden Erfolg zu erzielen (zum Vergleich: In Autoreifen beträgt der Reifendruck 2–3 bar).
    Etwa zwei Drittel der chirurgisch angelegten Hämodialyseshunts funktionieren zufriedenstellend. Die Gesamtfunktionsdauer eingeengter Hämodialyseshunts kann durch wiederholte Kathetereingriffe ebenfalls viele Jahre betragen. Bei chronisch nierenkranken Patienten lässt sich dadurch eine chirurgische Shuntneuanlage hinauszögern.
    Als Komplikation eines perkutanen Eingriffs kann es durch lokale Blutgerinnselbildung zum vollständigen Shuntverschluss kommen, sodass operiert werden muss. Ein Gefäßeinriss im venösen System lässt sich meistens durch Abdrücken von außen oder internes Abdichten des Risses mit einem Ballonkatheter beheben.

TIPS-Anlage

Bei schwerer Erkrankung der Leber kann sich Flüssigkeit in der freien Bauchhöhle zwischen den Organen ansammeln („Bauchwassersucht“), oder es können Blutungen aus Speiseröhre und Magen auftreten. Lassen sich diese Komplikationen auf endoskopischem Wege nicht behandeln, besteht die Möglichkeit, durch die Haut (perkutan) eine Kurzschlussverbindung zwischen der Pfortader und einer Lebervene anzulegen. Ziel des Eingriffs ist es, den Druck im Pfortadersystem zu reduzieren, da dieser unter Umständen für die Komplikationen verantwortlich ist.

Ablauf der Behandlung:
  1. Zunächst wird die Halsvene sonografisch gesteuert punktiert (angestochen).
  2. Nach Passage des rechten Herzvorhofs wird dann über die untere Hohlvene eine Vene des rechten Leberlappens sondiert.
  3. Aus dieser Position heraus erfolgt mit einer speziellen Nadel, die durch einen Katheter geführt wird, die Punktion eines benachbarten Pfortaderastes in der Leber.
  4. Die so geschaffene Verbindung zwischen Leber- und Portalvene wird mittels eines Metallröhrchens (Stent) offen gehalten und heißt in der Fachsprache transjugulärer portosystemischer Stentshunt (TIPS-Anlage).

In der Regel ist eine Aufweitung auf 8–10 mm Durchmesser ausreichend. Durch den Stent fließt Blut an der Leber vorbei direkt zum Herzen. Auf diesem Weg lässt sich das Druckgefälle zwischen Pfortader und rechtem Vorhof absenken.
    Behandlungsbedürftige Komplikationen treten bei 2– 4% der Patienten auf. Hierzu gehören Blutungen im Bereich des Zugangsweges und der Leber. Außerdem können Gallenblase und Gallengänge verletzt werden.

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