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Häufig gestellte Fragen zur Brustrekonstruktion

Einige Fragen zur Brustrekonstruktion werden sehr häufig gestellt. Wir haben sie in einer Liste zusammengefasst und – um eine erste Orientierung zu geben – auch kurz beantwortet. Wenn Sie sich in einem persönlichen Gespräch über die Möglichkeiten zur Brustrekonstruktion informieren möchten, können Sie gern einen Sprechstundentermin in unserer Klinik vereinbaren. Unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind selbstverständlich bereit, Ihnen auch speziellere Fragen zu beantworten.

Wer ist die ideale Patientin zur Brustrekonstruktion?

Frauen mit radikaler Mastektomie (Brust und Brustwandentfernung).
Frauen mit modifizierter radikaler Mastektomie (Brustentfernung, wobei die Brustwandmuskulatur erhalten bleibt).

Wie beeinflusst das Alter den Erfolg des chirurgischen Eingriffs?

Für den Erfolg der wiederherstellenden Chirurgie sind weniger das Alter als die Motivation zur Operation sowie die allgemeine Gesundheit entscheidend.

Beeinflusst das Ausmaß des Brustkrebses die Rekonstruktion?

Frauen mit kleinen, früh erkannten Brusttumoren haben die besten Voraussetzungen für eine Rekonstruktion. Frauen mit fortgeschrittenen Brustkrebserkrankungen können ebenfalls von einer Rekonstruktion profitieren. Art und Abfolge der Therapiemaßnahmen beeinflussen allerdings den OP-Zeitpunkt.
    Die Entscheidung für eine Brustrekonstruktion sollte man nicht allein, sondern gemeinsam mit dem behandelnden Arzt treffen. Oft sind hierfür mehrere Gespräche notwendig. Nicht geeignet für eine Rekonstruktion sind Patientinnen, die gesundheitlich eingeschränkt sind. Etwa wenn sie unter fortgeschrittenem Diabetes mellitus leiden, kürzlich einen Schlaganfall beziehungsweise einen Herzinfarkt hatten oder schwer lungenkrank sind.

Wie sehen die zeitlichen Bedingungen aus?

Der Brustaufbau kann sofort durchgeführt werden: entweder direkt im Anschluss an die Mastektomie oder kurze Zeit später, auf jeden Fall noch, solange sich die Patientin stationär in der Klinik aufhält. Der Brustaufbau kann aber auch später stattfinden, das heißt einige Wochen, mehrere Monate oder sogar Jahre nach der Brustentfernung. Wichtig ist, dass die Patientin vollständig informiert ist, wenn der Zeitpunkt für die Rekonstruktion endgültig festgelegt werden soll. Ihre Entscheidung sollte sie nach dem Gespräch und in Übereinstimmung mit dem Chirurgen treffen, damit ihr Krebsleiden bestmöglich behandelt wird.

Wer eignet sich zur sofortigen Brustrekonstruktion?

Für eine sofortige Brustrekonstruktion kommen vor allem junge, gesunde Frauen infrage, deren Brustkrebs sich noch in einem frühen Stadium befindet. Die Tumore sind klein; in den Lymphknoten im Achselbereich lassen sich keine Tochtergeschwulste (Metastasen) nachweisen.

Wer eignet sich für eine spätere Brustrekonstruktion?

Für eine spätere Brustrekonstruktion sind Frauen mit länger zurückliegenden Mastektomien geeignet, denen zum Zeitpunkt des Eingriffs noch keine derartigen Wiederherstellungsverfahren der Brust zur Verfügung standen. Auch Patientinnen, deren Lymphknoten befallen sind, können sich ihre fehlende Brust gewöhnlich erst später nachbilden lassen. Denn ein solcher Befund weist auf eine Ausbreitung des Krebsleidens hin. Die betroffenen Frauen bedürfen dann noch zusätzlicher Therapiemaßnahmen.

Sind die ästhetischen Ergebnisse vergleichbar?

Sofortige und spätere Brustrekonstruktionen haben vergleichbar gute Ergebnisse.

Worin besteht der psychologische Erfolg?

Der psychologische Erfolg besteht in einem verbesserten Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl. Den Körper und die eigene Weiblichkeit wieder als vollständig zu erleben, stärkt das Allgemeinbefinden der Patientinnen.

Wie viele Operationen sind notwendig?

Normalerweise sind für eine Brustrekonstruktion zwei Operationen notwendig. Beim ersten Eingriff wird die Brustwand und der Brusthügel wieder hergestellt; beim zweiten Eingriff rekonstruieren die Operateure die Brustwarze. Um die Brustsymmetrie zu verbessern, etwa durch Entfernen oder Straffen von Brustgewebe, muss eine Patientin eventuell noch ein drittes Mal operiert werden. Wird vorübergehend zur Hautdehnung ein Gewebeexpander benutzt, sind insgesamt drei Operationen notwendig.

Wie viele Arztbesuche sind pro Rekonstruktionsschritt nötig?

Vor der Operation sind 1–2 Arztbesuche erforderlich. Die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus beträgt im Durchschnitt 14 Tage. Nach der Entlassung sind 2–3 Arztbesuche nötig. Wird ein Gewebeexpander eingesetzt, muss die Patientin ihn ambulant 4–5 mal mit Kochsalzlösung auffüllen lassen.

Werden Bluttransfusionen benötigt?

Bei Lappenplastiken und mikrochirurgischen Eingriffen müssen die Patientinnen vor der Operation meist zwischen ein und drei Eigenblutkonserven spenden. Jedoch ist die Bluttransfusion bei der Brustrekonstruktion heutzutage die Ausnahme.

Wie ist der ideale Verlauf der Mastektomie-Narbe?

Der ideale Narbenverlauf für eine Brustrekonstruktion ist, wenn sich die Mastektomie-Narbe schräg von der Achselhöhle zum unteren inneren Brustbereich zieht. Dann muss kein neuer operativer Schnitt (Neuinzision) gesetzt werden. Verläuft die Mastektomie-Narbe nicht ideal, so ist dennoch eine Brustrekonstruktion möglich.

Lässt sich beim Brustwiederaufbau die Mastektomie-Narbe komplett entfernen?

Die Brustrekonstruktion mit Eigengewebe führt der Chirurg am häufigsten durch die Mastektomie-Narbe aus, sodass keine weitere Narbe hinzukommt bzw. die Narbe an der gleichen Stelle bleibt. Um zu überprüfen, ob der Krebs wieder zu wachsen begonnen hat oder nicht, wird das alte Narbengewebe entfernt und unter dem Mikroskop untersucht. In der ersten Zeit nach der Operation sind die Narben noch gerötet und dadurch sehr auffällig. Dies kann mehrere Monate lang anhalten. Im Lauf von ein bis zwei Jahren verblassen die Narben dann allmählich.

Welche zusätzlichen Narben sind notwendig?

Fügt der Chirurg Eigengewebe hinzu, entstehen an den Stellen, wo es entnommen wird, neue Narben. Spenderareale sind der Rücken und der Bauch.
Die Narben am Rücken verlaufen so, dass sie ein BH verdecken kann.
Die Narben im Unterbauch verlaufen oberhalb der Schamhaarbegrenzung.

Muss die normale Brust immer angeglichen werden?

Häufig lassen sich gute Resultate durch Gewebeexpansion, also Dehnen der Haut, und Implantate erzielen. Die normale, gesunde Brust muss dann nicht verändert werden. Ist die normale Brust extrem groß, erschlafft oder sehr flach, kann sie der Chirurg unter Umständen nicht nachbilden. In solchen Fällen muss die gesunde Brust nach etwa drei bis sechs Monaten der rekonstruierten operativ angeglichen werden.

Kann die Brustwarze rekonstruiert werden?

Sowohl der dunkel pigmentierte Warzenhof als auch der zentrale Nippel lassen sich wieder aufbauen. Die Rekonstruktion der Brustwarze erfolgt oft in einem zweiten Eingriff, nachdem die gewünschte Brustform und -größe erzielt wurde. Den Warzenhof kann der Chirurg aus einem runden Transplantat überschüssiger Haut nachbilden, das zum Beispiel von der Leiste stammt.
    Um den zentralen Nippel nachzubilden, gibt es zwei Möglichkeiten: Der Chirurg kann hierfür entweder einen Teil des Nippels der gesunden Seite verwenden oder er gestaltet ihn neu aus einer lokalen Lappenplastik, also einem Stück Haut, das unmittelbar neben dem vorgesehenen Nippelbereich liegt.

Sind Implantate und Gewebeexpander erforderlich?

Wird eine Brust mit Eigengewebe aufgebaut, sind normalerweise keine Brustimplantate notwendig. Bei sehr schlanken Frauen ohne Fettgewebeüberschuss sollte eine einfache Technik wie Implantat oder Gewebeexpander gewählt werden. Mithilfe eines Gewebeexpanders, der die Haut vordehnt, kann die Brust auf die gewünschte Größe für die Rekonstruktion angeglichen werden.

Kontakt

Sprechstunde für Brustaufbau

Sie haben noch Fragen zum Brustaufbau und möchten gerne einen Sprechstundentermin ausmachen? Dann rufen Sie uns an!

 

Telefon: 0711 6489-8224
Ansprechpartner: Dr. T. Kuipers, leitender Oberarzt

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