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Multimodale Schmerztherapie im Detail

Feste Bestandteile der Therapie

Folgende therapeutischen Maßnahmen werden grundsätzlich angewandt:
  • tägliche schmerztherapeutische Visite
  • tägliche physiotherapeutische und ergotherapeutische Einzeltherapie
  • Gruppenangebote: Rückenschule, Bewegungsbad und progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen
  • Schmerz- und Psychoedukation: Zusammenhänge zwischen seelischem Befinden, sozialen Problemen und Schmerz werden besprochen und Strategien im Umgang mit Schmerzen und Erkrankung erarbeitet
  • psychotherapeutische Einzelgespräche

Multimodale Schmerztherapie: Physiotherapie in der Gruppe

Gruppenangebote wie die progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen bilden einen festen Bestandteil bei der multimodalen Schmerztherapie.

Flexible Bestandteile der Therapie

Folgende Maßnahmen können bei der stationären multimodalen Schmerztherapie eingesetzt werden:

Ärztliche Behandlung

  • medikamentöse Einstellung
  • Medikamentenentzug
  • Regionalanalgesieverfahren (Schmerzbekämpfung über „Schmerzkatheter“)
  • invasive Maßnahmen (z. B. Nerven- und Gelenksinfiltration, Sympathikusblockade)
  • Transkutane Nervenstimulation (TENS)
  • örtliche (topische) Capsaicin-Behandlung

 Psychologische/psychosomatische Behandlung

  • Erlernen von Entspannungs- und Achtsamkeits verfahren
  • Durchführung einer ergänzenden Psychopharmakotherapie

Physiotherapie und Ergotherapie

  • Ausdauertraining und Konditionsförderung
  • Manuelle Therapie
  • Motorisch-funktionelle Ergotherapie, Spiegeltherapie
  • physikalische Maßnahmen ( z. B. Wärme- und Kälteanwendung, Infrarotstrahlung oder Elektrotherapie)
  • Erlernen von Eigenübungen zur Stabilisierung der Muskulatur, Muskeltonusregulierung und Koordinationsförderung
  • Herstellen und Anpassen von Schienen zum Schutz und zur Lagerung von Gelenken
  • Förderung gesunder Bewegungsabläufe zum Einsatz des Körpers bei Alltagshandlungen
  • handwerkliches und künstlerisches Arbeiten
  • Übungen zur Körperwahrnehmung

Für welche Patienten kommt eine stationäre multimodale Schmerztherapie infrage?

Für Patienten mit chronischen Schmerzen oder mit Schmerzen, die chronisch zu werden drohen, bei denen mindestens drei der folgenden Kriterien erfüllt sind:
  • Fehlschlag einer vorherigen unimodalen Schmerztherapie, schmerzbedingten Operation oder EntzugsbehandlungMedikamentenabhängigkeit oder -fehlgebrauch
  • Beeinträchtigung der Lebensqualität oder Arbeitsfähigkeit
  • schmerzunterhaltende psychische Begleiterkrankung
  • gravierende körperliche (somatische) Begleiterkrankung
Grundsätzlich ist der Therapieerfolg stark von der aktiven Mitarbeit und Motivation des Patienten abhängig, sodass diese Art der Behandlung nicht empfehlenswert ist bei:
  • Sprachbarriere
  • kognitiver Einschränkung (z. B. Demenz)
  • schweren psychischen Begleiterkrankungen
  • schwerer Einschränkung der körperlichen Belastbarkeit
  • ungeklärten sozialrechtlichen Fragen (z. B. Rentenantrag, Grad der Behinderung)
  • Durchführung eines operativen Eingriffs im zeitlichen Zusammenhang
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