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Behandlung bei gutartigen Erkrankungen

Niedrig dosierte Strahlentherapie

Auch viele gutartige Erkrankungen können durch eine niedrig dosierte Strahlentherapie sinnvoll behandelt werden. Hier gilt das so genannte ALARA-Prinzip (engl. Abkürzung für „as low as reasonable possible“). Bei degenerativen Abnutzungserscheinungen des Knochensystems können mit der entzündungshemmenden und schmerzlindernden Bestrahlung gute Erfolge erzielt werden.

Behandlungsschwerpunkte bei gutartigen Erkrankungen sind:
  • Behandlung der endokrinen Orbitopathie beim Morbus Basedow;
  • Behandlung von Veränderungen der Handinnenfläche (Morbus Dupuytren) und der Fußsohle (Morbus Ledderhose);
  • Therapie altersbedingter degenerativer Veränderungen der Gelenke, z. B. Schulter, Ellbogen (Tennisarm), Knie, Hüfte
  • Strahlentherapie vor oder nach Gelenkersatz, z. B. der Hüfte zur Verhinderung von überschießenden Kalkablagerungen und Verknöcherungen;
  • Behandlung von chronisch entzündlichen Veränderungen an Sehne und Muskulatur.

In hartnäckigen Fällen: Bestrahlung bei Fersensporn

Ein Fersensporn ist ein wenige Millimeter großer Knochendorn, der meist unter dem Fuß sitzt. Jeder Zehnte hat einen, aber viele Betroffene merken nichts davon, weil sie trotzdem schmerzfrei bleiben. Wer indes dauerhaft vom Fersensporn gequält wird, dem kann eine Strahlenbehandlung helfen.
    Seine Bildung erfolgt dort, wo am Fersenbein – dem großen Knochen hinten am Fuß – Sehnen ansetzen. Die dornartige Verknöcherung entsteht infolge einer Überbeanspruchung des Gewebes. Ursache können falsches Schuhwerk, Übergewicht, langes Stehen oder sportliche Betätigung sein. Dadurch kommt es im Gewebe zu Mikroverletzungen, also winzigen Einrissen. Wenn diese ausheilen, lagert der Körper als Reparaturmaßnahme Knochengewebe in den Sehneneinsatz ein, und dieses bildet dann den Fersensporn. Meist befindet er sich am hinteren Teil der Fußsohle.

Behandlung von Fersensporn: Bestrahlungen mit dem Linearbeschleuniger

Professor Dr. Thomas Hehr mit der Röntgenaufnahme eines Fersensporns (im roten Kreis). Dahinter der Linearbeschleuniger, mit dessen Hilfe die Region um den Fersensporn bestrahlt und damit schmerzfrei gemacht werden kann.

Viele Patienten sind beschwerdefrei

Nicht jeder Patient, bei dem im Röntgenbild ein Fersensporn zu sehen ist, hat Schmerzen. Kommt es jedoch – wiederum durch Überlastung, falsches Schuhwerk oder ähnliches – zu Gewebereizungen rund um den knöchernen Sehnenansatz, können Entzündungen und somit Schmerzen im Fersenbereich entstehen. Ohne Behandlung führt dies zu weiteren Verknöcherungen, und durch den entstehenden Teufelskreis können die Schmerzen chronisch werden. Das Gehen wird dann für die Betroffenen zur Qual.

Einlagen und Fußgymnastik

Meistens helfen Betroffenen spezielle Schuheinlagen, welche die Ferse entlasten. Auch Schmerzmittel oder krankengymnastische Fußübungen lindern die Beschwerden und bringen sie oft für einen längeren Zeitraum oder dauerhaft zum Erliegen. Manchmal verschwinden die Schmerzen auch spontan, ohne Behandlung wieder.

Behandlung durch Strahlentherapie

Aber nicht immer bekommen Patienten die Beschwerden so in den Griff. Eine Operation des Fersensporns ist möglich, aber durch sie können Narben entstehen, die beim Gehen schmerzen. Inzwischen hat sich sich die Strahlentherapie als wirksame und nebenwirkungsarme Therapie gegen hartnäckige Fersenschmerzen herauskristallisiert. „Nicht nur Krebs, sondern auch Erkrankungen wie Arthrose, Tennisellbogen oder Fersensporn lassen sich gut per Strahlentherapie behandeln“, sagt Professor Dr. Thomas Hehr. Der Mediziner ist ärztlicher Direktor der Klinik für Strahlentherapie am Marienhospital. Die Abteilung bietet schon seit einiger Zeit die Strahlenbehandlung des Fersensporns an. Und das Ergebnis ist gut: „Über 80 Prozent der Patienten sind danach beschwerdefrei, die meisten dauerhaft“, so Thomas Hehr.
    Haus- oder Facharzt können den Patienten zur ambulanten Behandlung in die Strahlentherapie des Marienhospitals überweisen. Die Ferse wird dann zweimal wöchentlich fünf Wochen lang mit niedrig dosierter Strahlung behandelt. Die Bestrahlung erfolgt mit einem hochpräzisen Linearbeschleuniger, wodurch umliegendes Gewebe optimal geschont wird. Die Behandlung dauert jeweils nur wenige Minuten und ist schmerzfrei. Durch die Bestrahlung wird nicht der Fersensporn zerstört, sondern die Entzündung im umgebenden Gewebe behandelt. Das Risiko, dass sich durch die Bestrahlung bösartige Tumore bilden könnten, gilt als äußerst gering. Fast immer verschwinden die Beschwerden nachhaltig. Die Behandlungskosten übernimmt die Krankenkasse.

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