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Behandlungsschwerpunkte bei bösartigen Erkrankungen

Perkutane Photonen-Strahlentherapie am Linearbeschleuniger

Diese Strahlentherapieform erhält ihren Namen dadurch, dass sie mittels eines Linearbeschleunigers über die Haut („perkutan“) durchgeführt wird. Das Verfahren wird in der Regel bei Patienten mit tief im Körperinneren liegenden Tumoren angewandt.

Die Behandlungsschwerpunkte sind:
  • postoperative Therapie nach brusterhaltender Operation des Mammakarzinoms;
  • primäre Intensitätsmodulierte Strahlentherapie (IMRT) des Prostatakarzinoms (evtl. mit zusätzlicher antihormoneller Therapie);
  • post-operative Strahlenbehandlung von Gebärmutterkarzinomen;
  • palliative Behandlung von Organmetastasen, insbesondere am Knochen und im Gehirn.

Radiochemotherapie

Die Wirksamkeit einer Strahlentherapie lässt sich durch verschiedene Methoden erhöhen. So werden beispielsweise zusätzlich zur Strahlentherapie noch zytostatische Medikamente verabreicht (Chemotherapie). Diese Kombinationstherapie wird „Radiochemotherapie“ genannt.

Die Behandlungsschwerpunkte hierbei sind:
  • primäre Radiochemotherapie oder Radio-Immuntherapie bei Tumoren der Mundhöhle, des Rachens und des Kehlkopfes zum Erhalt von Atemwegen, Sprach- und Schluckfunktion;
  • primäre Radiochemotherapie bei Tumoren der Speiseröhre und der Lunge (evtl. mit zusätzlicher HDR-Brachytherapie);
  • primäre Radiochemotherapie bei fortgeschrittenem Gebärmutterkarzinom;
  • primäre Radiochemotherapie des Anal-Karzinoms zur Organ- und Funktionserhaltung (Vermeidung eines künstlichen Darmausgangs);
  • präoperative Radiochemotherapie des Enddarm-Karzinoms vor der operativen Entfernung des Tumors (kurative Resektion).

HDR-Brachytherapie in Afterloading-Technik

Im Gegensatz zur perkutanen Therapie mit dem Linearbeschleuniger, bei der bösartige Tumoren „aus der Entfernung“ behandelt werden, bringt man bei der Brachytherapie (griech.: brachy = kurz) eine Strahlenquelle ganz in die Nähe des Tumors. Zur Bestrahlung werden stärker strahlende Nuklide, zum Beispiel Iridium-192, eingesetzt. Das Verfahren wird daher auch „high-dose-rate“-Brachytherapie, kurz HDR-Brachytherapie, genannt.
    Um die strahlende Substanz in die betreffende Körperhöhle oder den Tumor direkt einzubringen und dort auf kleinem Raum zu konzentrieren, wird zunächst unter Röntgenkontrolle ein so genannter Applikator, beispielsweise ein Katheter oder ein Endoskop, in die Tumorregion eingeführt. Anschließend wird die Strahlenquelle computergesteuert „nachgeladen“ (engl.: after loading) und genau positioniert (Afterloading).

Behandlungsschwerpunkte sind:
  • intravaginale und intrauterine Behandlung gynäkologischer Tumoren;
  • kleinvolumige Dosisaufsättigung bei Analkarzinomen;
  • Hohlraumbestrahlung bei Tumoren der Bronchien und Speiseröhre;
  • operatives Einbringen von Applikatoren bei Tumoren der Mundhöhle, Zunge oder Brust;
  • operatives Einbringen von Applikatoren bei Rezidivtumoren im Bereich der Beckenwand.

Therapie mit Elektronenstrahlung (Linearbeschleuniger)

Im Beschleunigungsrohr des Linearbeschleunigers werden Elektronen, also negativ geladene kleine Teilchen, mit hoher Energie beschleunigt. Die so erzeugte Strahlung kann direkt genutzt werden. Charakteristisch für sie ist, dass sie zur Tiefe hin einen steilen Dosisabfall aufweist und somit eine wesentlich geringere Menge an Strahlendosis in der Tiefe (z. B. Organe, Knochen) absorbiert wird. Dies schont die unter der Haut gelegenen gesunden Gewebestrukturen.

Behandlungsschwerpunkte sind unter anderem:
  • Basaliome und spinozelluläre Karzinome inbesondere im Gesichtsbereich;
  • männliche Brustdrüse zur Vermeidung von Wachstum und Beschwerden unter antihormoneller Therapie eines Prostatakarzinoms;
  • Vermeidung überschießender Narbenbildung (Keloid-Prophylaxe).

Behandlung von Prostatakrebs

Bei der Prostatakrebs-Therapie belegen neuere Studien, dass die Strahlentherapie eine gute Alternative zur Operation sein kann.

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