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Behandlung von Kieferfehlstellungen (Dysgnathie) im Detail

Unser Gesicht und unsere Zähne werden von den Mitmenschen in besonderem Maße wahrgenommen und sind ein ganz wesentlicher Aspekt unserer Attraktivität. Die Form des Gesichts wird stark durch die Gestalt des Gesichtsschädels bestimmt, der viele angeborene oder entwicklungsbedingte Formvarianten aufweisen kann. Häufig sind damit unterschiedliche Kieferfehlstellungen verbunden, medizinisch als Dysgnathie bezeichnet.
    Diese Fehlstellungen betreffen die Zahnstellung, die Verzahnung, die Kieferform, die Lage der Kiefer zueinander oder den Einbau der Kiefer in den Gesichtsschädel. Sie führen zu funktionellen und ästhetischen Beeinträchtigungen. Die Fehllage der Zähne und Kiefer kann in allen Raumrichtungen auftreten und beispielsweise in zu schmalen bzw. zu breiten oder zu kurzen bzw. zu langen Kiefer zum Ausdruck kommen. Nicht selten liegen Kombinationen dieser Veränderungen vor, die dann als komplexe Dysgnathien bezeichnet werden.
    Ziel der Behandlung ist, den Biss zu harmonisieren und ein ästhetisches Gesichtsprofil herzustellen. Es wird die Regelverzahnung der Zähne angestrebt, das heißt, der Patient verfügt nach der Therapie über Zähne, die bei einer entspannten Kiefergelenkslage wieder ideal aufeinanderpassen.
    Ob dieses Ziel rein kieferorthopädisch oder mit kieferchirurgischer Unterstützung erreicht werden kann, hängt von der Ausprägung der Dysgnathie ab. Die Beratung in unserer Klinik erfolgt in der Regel als Zweitberatung; die Erstberatung findet durch den Kieferorthopäden statt. Dieser diagnostiziert die Fehlstellung der Kiefer und Zähne und informiert Sie über die verschiedenen Therapiemöglichkeiten. Zur genauen Beratung werden Gipsmodelle und Röntgenbilder benötigt.

Behandlungsablauf

In der Regel erfolgt die Therapie in 4 Schritten:
  • präoperative kieferorthopädische Vorbehandlung
  • Operation nach vorheriger OP-Simulation
  • kieferorthopädische Nachbehandlung
  • Entfernung des Osteosynthesematerials

Operationsplanung

Sind die Zahnbögen vom Kieferorthopäden korrigiert, kann mit der Planung der Operation begonnen werden. Zwei Wochen vor dem OP-Termin wird eine Simulation durchgeführt. Mit Hilfe von Abdrücken, Röntgenbildern und Fotos wird computerunterstützt ein Modell der geplanten OP erstellt, um die genaue neue Position der Kiefer festzulegen.
    Die Planung einer Dysgnathieoperation bzw. Umstellungs-Osteotomie erfolgt sehr exakt auf der Grundlage klinischer Vermessungen des Gesichts und des Gebisses sowie anhand dreidimensionaler Röntgenbilder und aktueller Modelle der Zahnbögen.

Kieferfehlstellung einer Patientin: Operationsplanung

Röntgenbild des Gesichtschädels einer Patientin mit der Darstellung der Kieferstellung
Um die Operation zu planen, wird das Gesicht samt Kiefer anhand von Röntgenbildern vermessen und computergestützt Kieferverlagerungen festgelegt.

In einer ersten computergestützten Operationssimulation werden die Ausmaße der Kieferverlagerungen festgelegt und schließlich in einer zweiten Operationssimulation im Labor umgesetzt.

Operation und Nachsorge

Eine Dysgnathieoperation erfolgt in der Regel nach Abschluss des Körperwachstums. Eine Umstellungs-Osteotomie zur Verlagerung eines oder beider Kiefer findet unter stationären Bedingungen statt. Die Aufenthaltsdauer beträgt normalerweise sieben Tage. Aufgrund bewährter Operationsverfahren und moderner Materalien haben sich die Operationsdauer sowie die Operationsrisiken deutlich reduziert. Wir verwenden spezielle Systeme, um die Kiefergelenke physiologisch zu positionieren und Kiefergelenksbeschwerden nach der Operation zu vermeiden. Die Operation wird heute über die Mundhöhle durchgeführt; es entstehen keine Narben im Gesicht.
    Eine gewissenhafte Nachsorge und Betreuung findet postoperativ durch den Kieferorthopäden und unser Klinikteam im Marienhospital statt.

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