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Entfernung der Gebärmutter

Eine Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) wird bei einer Senkung vorgenommen oder wenn sich verschiedene Probleme im Zusammenhang mit der Regelblutung, Schmerzen im kleinen Becken oder bösartigen Wucherungen ergeben. Von den Ursachen der Beschwerden hängt ab, welches operative Verfahren sinnvoll ist und ob Eileiter, Eierstöcke und Gebärmutterhals mit entfernt werden sollten.

Gründe für ein Entfernen

  • Myome: Gebärmuttermyome sind gutartige Wucherungen verschiedener Größe, die nach den Wechseljahren meist nicht mehr wachsen. Sie kommen häufig vor und müssen, wenn sie keine Beschwerden verursachen, nicht behandelt werden. Beginnen Myome jedoch infolge ihrer Größe oder Lage auf andere Organe des Beckens zu drücken oder verursachen Blutungsstörungen, dann empfiehlt sich eine operative Entfernung. Dasselbe gilt, wenn sie Schmerzen beim Geschlechts­verkehr verursachen, zu einem Mangel an roten Blutkörperchen (Anämie, Blutarmut) führen, krampfartige Schmerzen im kleinen Becken auslösen, auf die Harnblase drücken oder schnell wachsen. Je nach Einzelfall können nur die Myome oder die gesamte Gebärmutter entfernt werden.
  • Endometriose: Die Gebärmutter wird in ihrem Inneren von einer Schleimhaut ausgekleidet, dem sogenannten Endometrium. Siedeln sich Zellen dieser Schleimhaut außerhalb der Gebärmutter oder im Gebärmuttermuskel selbst an, kann dies zu schmerzhaften Regelblutungen, abnormalen Blutungen, Narben, Verwachsungen und ungewollter Kinderlosigkeit führen. Besonders eine Sonderform, das Einwachsen in die Gebärmutterwand (Adenomyosis uteri), lässt sich häufig bei der gynäkologischen Untersuchung nicht erkennen und ist oft Ursache jahrelanger Schmerzen. Letztendlich ist dies der zweithäufigste Grund für eine Gebärmutterentfernung.
  • Gebärmuttervorfall: Wenn die Gebärmutter von ihren Bändern nicht mehr gehalten werden kann, bewegt sie sich innerhalb der Scheide nach unten und manchmal nach außen. Dies geht nicht selten mit ungewolltem Harnverlust oder auch Harnverhalt, mangelhafter Harnblasenentleerung, Druckschmerz im Becken oder der Scheide sowie Problemen mit der Verdauung einher. Ein Gebärmuttervorfall kann durch Bindegewebsschwäche, Geburten, Übergewicht, anhaltenden Husten, dauerhafte körperliche Anstrengungen oder hormonelle Veränderungen wie ein Absinken der Östrogene mit den Wechseljahren verursacht werden.
  • Schmerzen: Im kleinen Becken auftretende Schmerzen haben vielfältige Gründe, die nicht immer mit einer Gebärmutterentfernung behoben werden können. Aus diesem Grund ist eine sorgfältige Diagnostik vor einer geplanten Operation unabdingbar. Endometriose, Myome, Verwachsungen nach Infektionen oder Operationen sind häufige Ursachen für Unterbauchschmerzen.
  • Blutungsstörungen: Sie beruhen meist auf einem Ungleichgewicht im Hormonhaushalt, auf Myomen, Polypen, einer Adenomyose („innere Endometriose“) oder Infektionen der Gebärmutter. Die Blutungen können oft zu stark, verlängert oder unregelmäßig sein. Oder sie treten als Zwischenblutung bzw. nach den Wechseljahren auf. Um bösartige Erkrankungen auszuschließen, sind gelegentlich Zusatzuntersuchungen wie eine Ausschabung oder direkte Betrachtung der Gebärmutterhöhle (Hysteroskopie/Gebärmutterspiegelung) notwendig. Sie sollten dies mit Ihrem Frauenarzt besprechen.
  • Krebs: In Abhängigkeit von der Ausbreitung muss bei einer bösartigen Erkrankung des Gebärmutterhalses, der Gebärmutterhöhle, der Eileiter oder Eierstöcke die Gebärmutter entfernt werden, um eine weitere Verbreitung zu verhindern. Die minimal-invasive Technik wird in ausgewählten Fällen beim Gebärmutterhalskrebs und -körperkrebs angewandt. Mit dieser Technik lässt sich nicht nur die Gebärmutter, sondern auch der Blinddarm, die Lymphknoten entlang des Beckens und der Hauptschlagader entfernen.

Operative Methoden

Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten, die Gebärmutter durch eine Bauchspiegelung zu entfernen:

1. Methode:
Die gebärmutterhalserhaltende Gebärmutterentfernung (suprazervikale Hysterektomie, LASH)
Der größere, obere Anteil der Gebärmutter (der Gebärmutterkörper) wird mittels minimal-invasiver Technik entfernt. Der Gebärmutterhals und die dort ansetzenden Bandstrukturen bleiben erhalten. Der Beckenboden wird nicht eröffnet. Der Gebärmutterkörper wird in kleinen Fragmenten über einen elektrischen Morcellator durch die Bauchdecke entfernt.

Vorteile:
  • Erhalt der wichtigen Beckenbänder
  • technisch einfacher durchführbar mit geringerem Risiko der Verletzung von Organen bei der Operation
  • keine Narben am Scheideneingang
  • geringere Rate an Wundheilungsstörungen
Möglicher Nachteil:
  • in 8 bis 15 Prozent der Fälle geringgradige zyklische Blutungen
  • weiterhin jährliche Abstrichkontrollen am Gebärmutterhals sinnvoll im Rahmen der Vorsorge.

2. Methode:
Die komplette Gebärmutterentfernung (TLH)
Bei einer kompletten Gebärmutterentfernung wird mittels minimal-invasiver Technik die Gebärmutter als Ganzes entfernt. Der Gebärmutterkörper und der Gebärmutterhals werden von den umliegenden Strukturen abgetrennt. Danach kann die Gebärmutter durch die Scheide gezogen oder durch einen Morcellator zerkleinert werden.

Vorteile:
  • keine Menstrationsblutung mehr.
  • keine Gefahr des Gebärmutterhalskrebses.
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