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Peripher arterielle Verschlusskrankheit („Schaufensterkrankheit“)

Wenn das Gehen in den Beinen weh tut, ist es höchste Zeit, den Arzt aufzusuchen. Häufig liegt nämlich ein Gefäßverschluss im Bein vor. Die Folge: Schon nach wenigen Schritten führt der Blutmangel zu starken Wadenschmerzen und zwingt den Betroffenen, immer wieder stehenzubleiben. „Schaufensterkrankheit“ wird die Mangeldurchblutung im Volksmund genannt. In Deutschland sind schätzungsweise 4,5 Millionen Menschen betroffen. Hauptrisikofaktoren sind Übergewicht, fettreiche Ernährung und Rauchen.

Umfassende Untersuchung

Die Patienten müssen dann umfassend untersucht werden, denn meist sind auch Blutgefäße in anderen Körperregionen betroffen. So können Wadenschmerzen unter Umständen ein Warnsignal für einen drohenden Herzinfarkt oder Schlaganfall darstellen. Bei diesen Betroffenen sind dann nicht nur die Blutgefäße im Bein durch Arteriosklerose teilweise verschlossen, sondern auch die Herzkranzgefäße und gehirnversorgenden Schlagadern haben sich verengt. Die Experten warnen: Jeder fünfte Patient, der unter einem Gefäßverschluss im Bein leidet, stirbt innerhalb von fünf Jahren meist am Herzinfarkt. Die Lebenserwartung von Patienten mit einer „Schaufensterkrankheit“ ist durchschnittlich um zehn Jahre verkürzt.

Kurze Wege und enge Zusammenarbeit der Spezialisten

Das Marienhospital Stuttgart bietet seinen Patienten eine umfassende Diagnostik, Beratung und Therapie durch Ärzte unterschiedlicher Disziplinen an. Alle notwendigen Spezialisten für die Behandlung des gefäßkranken Patienten sind im Marienhospital vereint. Zusammen mit den etablierten Fachgebieten Angiologie, Diabetologie, interventionelle Radiologie, Neurologie und plastische Chirurgie können wir alle diagnostischen Maßnahmen und Therapien anbieten, um diese komplex erkrankten Patienten optimal zu versorgen.
    Je nach Beschwerden und Befund können Spezial-Sprechstunden besucht werden, zum Beispiel für Patienten mit Störungen des Fettstoffwechsels oder Diabetes, bei denen auch eine Ernährungsberatung angeboten wird. Eingriffe an den Gefäßen werden durch die Gefäßchirurgie in enger Zusammenarbeit mit den Radiologen vorgenommen.

Einfacher Test für „Schaufensterkrankheit“ im frühen Stadium

Gefäßverschlüsse werden häufig erst erkannt, wenn sie schon weit fortgeschritten sind und die Gefahr akut ist. Die Dunkelziffer ist hoch: Experten zufolge ist die Erkrankung bei mehr als drei Millionen Menschen in Deutschland nicht erkannt und wird folglich nicht behandelt. Durch eine rechtzeitige Therapie könnten 20.000 Beinamputationen verhindert werden.
    Dabei gibt es einen einfachen Test, den so genannten Knöchel-Arm-Index, der eine drohende „Schaufensterkrankheit“ aufdeckt, bevor sie Beschwerden macht. Bei diesem Test wird der Blutdruck am Arm und an der Wade gemessen und miteinander verglichen. Sind die Messwerte am Bein niedriger, sollte mit Ultraschall untersucht werden, ob ein Gefäßverschluss vorliegt.
     Wie überlegen der Test ist, hat die größte Studie zur arteriellen Verschlusskrankheit mit rund 7.000 Teilnehmern gezeigt: Rund ein Drittel aller über 65-Jährigen in Deutschland leiden gleichzeitig an Gefäßverschlüssen in den Beinen, am Herzen und im Gehirn. Nur etwa die Hälfte der Erkrankungen war jedoch bekannt, bevor der Knöchel-Arm-Index bestimmt wurde.

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