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Operationen an der Brust

Vor der eigentlichen Operation erfolgt die Abklärung von Tumoren in der Brust über kleine Probeentnahmen (Biopsien) in örtlicher Betäubung – entweder durch Stanzbiopsien unter Ultraschallsicht oder durch Vakuumbiopsien unter Mammografie-Bedingungen.
    Nicht in allen Fällen ist eine Narkose notwendig. Gutartige Veränderungen lassen sich beispielsweise kontrollieren oder sie können mittels einer Vakuumstanzbiopsie in örtlicher Betäubung komplett beseitigt werden. Größere gutartige Veränderungen oder Grenzbefunde (sogenannte B3-Läsionen) müssen in einer Kurznarkose entfernt werden (Tumorexzision). Ein bösartiger Tumor wird in der Regel unter Erhalt der betroffenen Brust operativ entfernt; in bestimmten Fällen ist es jedoch nötig, die gesamte Brustdrüse zu entfernen.

Die angewandten Methoden im Einzelnen

  • Vakuumstanzbiopsie in Lokalanästhesie
    Bei diesem Eingriff entfernt der Arzt das auffällige Gebiet der Brustdrüse durch eine in die Brust eingeführte Stanznadel. Das Gewebe wird hierbei durch Unterdruck in die Stanznadel eingesaugt und in Form von mehreren Zylindern Schritt für Schritt abgetragen. Der Vorteil dieser Methode liegt darin, dass sich bei einmal liegender Stanznadel ein größeres Gewebeareal ohne Schnitt und damit ohne Narben beseitigen lässt.
  • Mamma-Tumorexzision (Gewebeentfernung an der Brust)
    Ist ein größerer auffälliger Tastbefund oder ein Grenzbefund (sogenannte B3-Läsion), vorhanden, so muss dieser durch einen Schnitt entfernt werden. Dieser als Mamma-TE (Tumorexzision an der Brust) bezeichnete Eingriff besagt, dass der auffällige Befund insgesamt entfernt wird. Der Schnitt wird meistens so platziert, dass nur eine kaum sichtbare Narbe bleibt. Anschließend wird das entfernte Gewebe komplett feingeweblich untersucht (Histologie).
        Ist die Brustdrüsenveränderung nicht tastbar und nur im Brustultraschall bzw. in der Mammografie aufgefallen, so muss vor dem Eingriff unter Ultraschall- oder Röntgenkontrolle eine feine Drahtnadelmarkierung in das auffällige Gebiet gebracht werden, um es während der Operation eindeutig wiederzufinden.
  • Brusterhaltende Therapie
    Auch bei einer bösartigen Brusterkrankung kann man heutzutage in den meisten Fällen den Tumor unter Erhaltung der Brust behandeln. Hierbei wird er großzügig mit genügend Sicherheitsabstand entfernt. Manchmal sind dafür besondere Schnittführungen (sogenannte onkoplastische Schnitttechniken) notwendig. Falls nötig, wird das verbleibende Brustdrüsengewebe zum Ausgleich des entstandenen Defektes verwendet.
        Reicht diese Maßnahme nicht aus, um ein kosmetisch gutes Ergebnis zu erzielen, so kann auch in seltenen Fällen die Einlage eines kleinen Brustimplantats notwendig sein. Bei einer Krebserkrankung der Brust werden gleichzeitig die Lymphknoten der Achselhöhle abgeklärt. Oft reicht dabei die Entfernung des Wächterlymphknotens aus. Nach der Operation wird eine Bestrahlung der operierten Brust durchgeführt, um eventuell vorhandene bösartige Zellen oder Vorstufen im restlichen Brustgewebe abzutöten.
  • Entfernung der Brust (Ablatio mammae)
    Ist der bösartige Befund an der Brust sehr ausgedehnt, gibt es mehrere Herde in einer Brust oder wird einer anschließenden Bestrahlung der Brust nicht zugestimmt, so muss die gesamte Brust entfernt werden (Ablatio mammae, Mastektomie). Bei dieser Operation wird der komplette Brustdrüsenkörper sowie die darüber liegende Haut inklusive der Brustwarze beseitigt. Wenn gewünscht, lässt sich auch bei diesem Operationsverfahren die Brustkontur durch Einbringen eines Implantats rekonstruieren. Bei manchen Patientinnen ist es allerdings notwendig, anschließend die Brustwand zu bestrahlen. In diesem Fall wird ein späterer Wiederaufbau der Brust empfohlen.
  • Entfernung des Brustdrüsenkörpers (subkutane Mastektomie)
    Dieses Therapieverfahren kann in ausgewählten Fällen bei einer Brustkrebserkrankung vorgenommen werden. Häufiger kommt es zum Einsatz, wenn in der Brust ausgedehnte Krebsvorstufen festgestellt wurden. Die Operation beinhaltet eine Entfernung der Brustdrüse unter Erhalt des Fetthautmantels. Die Brustdrüse wird dann durch ein Brustimplantat ersetzt, sodass ein gutes kosmetisches Ergebnis zu erwarten ist.
  • Wiederaufbau der Brustdrüse (Rekonstruktion)
    Ist der Brustdrüsenkörper entfernt, kann nach Abschluss der gesamten krebsspezifischen Therapie ein Wiederaufbau erfolgen. Hierzu sind ein oder mehrere operative Schritte notwendig. Für den Wiederaufbau wird Fremdmaterial (Implantat) oder Eigengewebe wie Haut-Muskellappen vom Bauch (Musculus transversus abdominis) oder anderen Bereichen (Musculus gracilis u.a.) verwendet. Auch die Brustwarze lässt sich rekonstruieren, sodass ein zufriedenstellendes kosmetisches Ergebnis zu erwarten ist.
  • Angleichung der Gegenseite (Anpassungsreduktionsplastik)
    Manchmal kann es vorkommen, dass durch Operation und Strahlentherapie die behandelte Brust etwas kleiner und straffer ist. Hier ist es eventuell sinnvoll, die gesunde Brust auf der anderen Seite anzugleichen. Dies sollte jedoch erst nach Abschluss der gesamten krebsspezifischen Therapie – insbesondere erst nach der Bestrahlung – erfolgen.
        Bei dieser Anpassungs-OP wird der Drüsenkörper der gesunden Brust etwas verkleinert und die Brustdrüse insgesamt gestrafft und angehoben. Dabei kommt eine ähnliche Operationstechnik zum Einsatz wie bei der symmetrischen Verkleinerung einer Riesenbrust (Makromastie) – ein Eingriff, der ebenfalls in unserem Zentrum durchgeführt wird.
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