Schrift     Kontrast   Drucken   Schließen  

Brustveränderungen und Brustkrebs

Brustveränderungen

Die Brust kann sich auf verschiedene Art und Weise verändern. Es gibt gutartige Veränderungen – etwa Fibroadenome – und bösartige Erkrankungen: Brustkrebs und sogenannte Frühformen von Brustkrebs, bei denen die bösartigen Zellen noch nicht ins Gewebe eindringen (duktales Carcinoma in situ (DCIS) und lobuläres Carcinoma in situ (LIN III)). Die Befunde können tastbar sein oder man findet sie nur mittels technischer Hilfsmittel. Dazu zählen die Mammasonografie (Ultraschalluntersuchung der Brust) oder Mammografie (Röntgenuntersuchung der Brust). In seltenen Fällen ist zur Diagnostik der Brust auch eine Magnetresonanztomografie notwendig.

Brustkrebs – Mammakarzinom

  • Definition
    Die weibliche Brust (medizinisch: Mamma) liegt auf dem Brustmuskel (Musculus pectoralis) und besteht aus verschiedenen Geweben, hauptsächlich aus dem Brustdrüsengewebe, das die Muttermilch produziert, dem Fettgewebe und dem Bindegewebe. Eine bösartige Entartung der Zellen der Brustdrüse heißt Brustkrebs oder Mammakarzinom.
  • Häufigkeit
    Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Frau. Das theoretische Risiko, irgendwann an Brustkrebs zu erkranken, liegt bei rund 10 bis 12 Prozent. Weshalb Krebs entsteht, ist noch nicht in allen Einzelheiten geklärt. Es bestehen statistische Zusammenhänge zwischen fettreicher Ernährung, regelmäßigem Alkoholkonsum, frühem Eintritt der ersten Periode und spätem Eintritt der Wechseljahre, späte oder keine Geburten und der Häufigkeit von Brustkrebs. Es gibt auch Hinweise für eine Förderung eines bestehenden Krebses durch langjährige Hormoneinnahmen nach den Wechseljahren.
        In etwa fünf Prozent der Brustkrebserkrankungen findet sich eine krebsfördernde Veränderung im Erbgut, ein sogenanntes Brustkrebsgen. Am besten bekannt sind die Brustkrebsgene BRCA 1 und BRCA 2. Die davon betroffenen Frauen haben ein Lebenszeitrisiko von ca. 50 bis 80 Prozent, an Brustkrebs zu erkranken. Bei familiärer Häufung von Brustkrebs kann sich eine Frau untersuchen lassen, ob die Brustkrebsgene bei ihr vorhanden sind.
  • Brustkrebsformen
    Es gibt zwei Hauptformen des Brustkrebses. Die Entartung der Milchdrüsengänge (duktales Karzinom) oder die Entartung der Drüsenläppchen (lobuläres Karzinom). Von beiden Formen gibt es auch sogenannte Krebsvorstufen, also Krebszellen, die noch nicht in das umgebende Gewebe zerstörend einwachsen und keine Tochtergeschwülste (Metastasen) absiedeln (Carcinoma in situ-Formen). Sie werden durch die besseren technischen Möglichkeiten zunehmend häufiger erkannt.
    • Grading
      Bei den Krebszellen gibt es schnell wachsende Formen, also aggressive, unreife Tumorzellen, die in der Tumorformel mit dem Grading III bis IV eingestuft werden. Langsam wachsende, weniger aggressive, reife Tumorzellen wiederum werden mit dem Grading I bezeichnet, dazwischen liegende Einstufungen mit dem Grading II.
    • Ausdehnung
      Die Ausdehnung des Brustkrebses wird in Zentimetern angegeben. Der Formel hierfür heißt T für Tumorgröße, wobei T1 einen Durchmesser des Krebses bis 2 cm, T2 von 2–5 cm und T3 darüber bezeichnet.
    • Lymphknoten
      Die Lymphbahnen der Brustdrüse transportieren das Gewebewasser mit Abfallstoffen des Stoffwechsels zu den Lymphknoten als Filterstationen und können auch bösartige Zellen abtransportieren. Daher ist das Erkennen von Krebszellen in den Lymphknoten ein wichtiger Hinweis, ob der Krebs seine Krebszellen in den Körper gestreut hat oder nicht. Die Hauptwege der Lymphbahnen der Brustdrüsen führen in die Achselhöhle.
    • Metastasen
      Werden Krebszellen in den Körper gestreut, so entstehen Tochtergeschwülste (Metastasen). Die Formel hierfür heißt M, wobei M0 für fehlende Metastasen und M1 für Vorhandensein von fernen Tochtergeschwülsten steht.
    • Hormonrezeptoren
      Die Krebszellen tragen an ihrer Zelloberfläche bestimmte Antennen, sogenannte Hormonrezeptoren, an denen sich die Hormone aus der Blutbahn anbinden können. Die Rezeptoren für die Hormone Östrogen und Progesteron finden sich oft auf langsamer wachsenden Tumoren und sind ein wichtiger Hinweis auf die Wirksamkeit einer ergänzenden antihormonellen Krebstherapie.
  • Früherkennung
    Frauen sollten monatlich ihre Brust abtasten und auf Veränderungen achten. Der beste Zeitpunkt für die Selbstuntersuchung ist im Anschluss an die Periode. Zu achten ist auf neu aufgetretene Knoten oder Verhärtungen der Brust, Einziehungen der Haut oder Brustwarze beim Heben der Arme, Absonderungen aus der Brustwarze, Rötung der Brust und Schwellungen in der Achselhöhle.
        Einmal im Jahr wird von der Krankenkasse ab dem 30. Lebensjahr eine ärztliche Untersuchung durch Abtasten der Brust und Achselhöhle im Rahmen der Krebsvorsorgeuntersuchung bezahlt. Bei Frauen von 50 bis 69 Jahren finden alle zwei Jahre regelmäßige Mammografie-Screening-Untersuchungen statt. Dadurch besteht die Chance, auch kleine, nicht tastbare bösartige Veränderungen oder Vorstufen zu finden. Diese zeigen sich meist nur durch Mikrokalk, der in der Mammografie (Röntgenuntersuchung der Brust) zu erkennen ist.
© Marienhospital Stuttgart 2018. Alle Rechte vorbehalten | Home | Suchen | Impressum | Datenschutz | Haftungsausschluss | Sitemap