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Schilddrüsenüberfunktion – Schilddrüsenautonomie und Morbus Basedow

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) erhält der Körper zuviel an Schilddrüsenhormonen. Häufigste Ursachen hierfür sind eine Schilddrüsenautonomie und ein Morbus Basedow.
    Schilddrüsenautonomie bedeutet, dass die bedarfsgerechte Hormonproduktion der Schilddrüse von der Kontrolle durch die übergeordneten Zentren im Gehirn – dem Hypothalamus und der Hypophyse – abgekoppelt ist. Die Autonomie kann das gesamte Organ betreffen oder nur einen bestimmten Bezirk. Im letztgenannten Fall spricht man dann von einem autonomen Adenom, also einem selbstständigen gutartigen Tumor des Schilddrüsengewebes. Die Diagnose wird im Allgemeinen mithilfe der Szintigrafie gestellt. So genannte heiße Knoten deuten auf eine Autonomie hin.
    Der Morbus Basedow ist eine Autoimmunerkrankung, bei der Autoantikörper gegen das Gewebe der Schilddrüse gebildet werden. Da außerdem eine Kreuzreaktion mit dem Fettgewebe hinter dem Auge auftritt, zeigen 70 Prozent der Patienten das Symptom hervortretender Augäpfel (endokrine Orbitopathie).

Weitere typische Symptome des Morbus Basedow sind:
  • eine vergrößerte Schilddrüse (Kropf)
  • Herzrasen oder schneller Herzschlag (Trachykardie).

Die drei genannten Symptome werden auch als Merseburger Trias bezeichnet. Merseburg war der Wirkort des Amtsarztes Karl Adolf von Basedow, der 1840 die Erkrankung erstmals beschrieb. Die Diagnose wird durch den laborchemischen Nachweis bestimmter Autoantikörper gesichert.

Die Therapie erfolgt in drei Schritten:
  1. Zunächst muss beim Patienten vor der Operation die Schilddrüsenüberfunktion medikamentös eingestellt werden.
  2. Neuromonitoring: Seit 2003 wird diese Methode routinemäßig bei Schilddrüsenoperationen eingesetzt. Durch die Ableitung elektrischer Ströme entlang seiner Nervenfasern lässt sich der Stimmbandnerv besser identifizieren; er kann dadurch während der Operation sicherer geschützt werden;
  3. Der Chirurg entfernt dann die Schilddrüse bis auf kleinste Reste, in der Fachsprache "nearly total" Thyreoidektomie genannt (engl. nearly total = nahezu völlig, Thyreoid = die Schilddrüse betreffend, Ektomie = Totalentfernung eines Organs).
  4. Nach der Operation muss der Patient lebenslang Schilddrüsenhormone einnehmen (Rezidivprophylaxe).
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