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Operation bei Nebenschilddrüsenüberfunktion

Der Fachbegriff für eine Nebenschilddrüsenüberfunktion heißt Hyperparathyreoidismus (hyper = über, Parathyroidea = Nebenschilddrüse). Die Erkrankung äußert sich unter anderem in einer Überproduktion des Parathormons, das die Nebenschilddrüsen herstellen. Die Substanz reguliert zusammen mit anderen Hormonen den Kalzium- und Phosphatstoffwechsel im Körper.
    Die vier Nebenschilddrüsen, auch Epithelkörperchen genannt, sind etwa 5 bis 8 mm groß und wiegen zwischen 20 und 50 mg. Im Fall einer Überproduktion können sie jedoch wesentlich größer werden. Die kleinen Drüsen liegen gewöhnlich hinter den Polen auf der Rückseite der Schilddrüse, den zuführenden Gefäßen angelagert.

Man unterscheidet zwei Ursachen für eine Nebenschilddrüsenüberfunktion:
  1. Primärer Hyperparathyreoidismus:
    Hier ist die Überfunktion in einer Erkrankung der Nebenschilddrüsen selbst begründet. Typischerweise handelt es sich um hormonproduzierende Tumore, die meist gutartig sind und dann als Nebenschilddrüsenadenome bezeichnet werden. Bei 80 bis 85 Prozent der Patienten ist nur eine Drüse betroffen
  2. Sekundärer Hyperparathyreoidismus:
    In diesem Fall vergrößern sich gewöhnlich alle Nebenschilddrüsen (Hyperplasie), und zwar als Reaktion auf Erkrankungen, die zu einer Senkung des Kalziumspiegels führen.

Dadurch, dass die Ausschüttung von Parathormon infolge der Überfunktion erhöht ist, wird Kalziumsalz aus den Knochen abgebaut, und der Kalziumspiegel im Blut erhöht sich. Daraufhin beginnt sich Kalk im Körper abzulagern; es können sich Nieren- und Gallensteine bilden. Das Entkalken der Knochen führt außerdem zu Knochenschmerzen. Des Weiteren leiden die Patienten häufig unter Appetitlosigkeit, Übelkeit, Verstopfung und einem Blähbauch.
    Bei der Diagnose ist es oft schwierig, die mitunter sehr kleinen Nebenschilddrüsen zu lokalisieren. Manchmal liegen sie atypisch hinter dem Brustbein oder im Mittelfell (Mediastinum). Wichtige diagnostische Verfahren sind Ultraschall, Computer- und Kernspintomographie sowie die Szintigraphie der Nebenschilddrüsen.

Sowohl bei einem primären als auch bei einem sekundären Hyperparathyreoidismus müssen alle vier Nebenschilddrüsen freigelegt werden:
  • Bei einem einzelnen Adenom ist nur eine der Drüsen vergrößert. Diese entfernt der Chirurg dann operativ
  • Sind alle vier Drüsen vergrößert, liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Hyperplasie vor. In einem solchen Fall werden alle Nebenschilddrüsen entfernt.

Oft sind die kleinen Organe auch während der Operation nur schwer auszumachen. Lassen sie sich am Hals nicht finden, muss der Chirurg unter Umständen einen zweiten Eingriff vornehmen. Er spaltet dann das Brustbein und öffnet den Brustkorb. Anschließend sucht er das Mittelfell ab.

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