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Kropfoperation

Vergrößert sich die Schilddrüse, spricht man von einem Kropf (Struma):
  • Struma diffusa: Die Schilddrüse vergrößert sich gleichmäßig und bildet keine Knoten
  • Struma nodosa: Die Drüse wuchert, indem sie einzelne oder auch mehrere Knoten, Adenome genannt, bildet.

Die meisten Patienten mit Kropf haben eine normal funktionierende Schilddrüse; manchmal ist die Kropfbildung aber auch von einer Über- oder Unterfunktion des Organs begleitet.
    Ein Jodmangel im Trinkwasser, wie er in vielen Gebieten Deutschlands vorkommt, ist am häufigsten dafür verantwortlich, dass sich ein Kropf entwickelt. Das eingeschränkte Jodangebot erschwert dann die Hormonbildung in der Schilddrüse. Als Reaktion darauf nimmt in vielen Fällen das Organvolumen zu.

Es gibt verschiedene Anzeichen, wann ein Patient mit Kropf operiert werden sollte:
  • bei so genannten kalten Schilddrüsenknoten, die in Einzelfällen bösartig sein können
  • wenn der Kropf allein durch seine Größe mechanische Probleme verursacht, das heißt, wenn durch ihn zum Beispiel die Luft- oder Speiseröhre eingeengt oder verlagert wird
  • bei so genannten heißen Knoten, die möglicherweise eine Schilddrüsenüberfunktion verursachen. Je nach Fall kann hier auch eine Radio-Jod-Behandlung durchgeführt werden.

Leidet ein Patient unter einer Schilddrüsenüberfunktion, muss diese zunächst medikamentös eingestellt werden. Dadurch lässt sich ein unnötig hohes Operationsrisiko umgehen.

Nach der Kropfoperation

Sind bei dem chirurgischen Eingriff große Teile der Schilddrüse entfernt worden, muss der Patient hinterher Schilddrüsenhormone einnehmen (Rezidivprophylaxe). Damit soll verhindert werden, dass das Organ wegen Unterfunktion durch Hormonmangel wieder wächst.

Zu den typischen Komplikationen bei einer Kropfoperation zählen:
  • Verletzung des Stimmbandnerven und eine damit auftretende anhaltende Heiserkeit der Stimme;
  • Neuromonitoring: Seit 2003 wird diese Methode routinemäßig bei Schilddrüsenoperationen eingesetzt. Durch die Ableitung elektrischer Ströme entlang seiner Nervenfasern lässt sich der Stimmbandnerv besser identifizieren; er kann dadurch während der Operation sicherer geschützt werden;
  • Nachblutung;
  • Krampfbereitschaft durch Steigern der neuromuskulären Erregbarkeit (Tetanie). Dieser Zustand wird durch einen Mangel an Parathormon hervorgerufen, eine Substanz, die in den Nebenschilddrüsen hergestellt wird und die den Kalzium- und Phosphatstoffwechsel reguliert. Die Nebenschilddrüsen werden manchmal bei der Operation versehentlich mit entfernt;
  • Lähmung des Stimmbandnerven (Recurrensparese). Im internationalen Vergleich liegt unsere Abteilung bei der anhaltenden symptomatischen einseitigen Parese mit einer Rate von 1 bis 2 Prozent sehr niedrig.

Jährlich werden im Marienhospital etwa 250 Schilddrüsenoperationen durchgeführt. Als Regeloperation bei Patienten mit einem Knotenkropf (Struma nodosa) wurden Teile der Schilddrüse auf beiden Halsseiten entfernt (subtotale Strumaresektion). Bei 15 Patienten musste das Organ vollständig entfernt werden; sie litten an einem Schilddrüsenkarzinom.

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