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Bösartige Geschwulstbildungen am Mastdarm

Eine besondere Stellung nimmt die Therapie des Krebses am Mast- oder Enddarm (Rektum) ein. Hier stellt sich immer die Frage, ob der natürliche Darmausgang mit seinem Schließmuskelapparat erhalten bleiben kann oder ob ein künstlicher Darmausgang angelegt werden muss. Dieser heißt in der Fachsprache Anus praeter .
    Diagnostiziert der behandelnde Arzt eine bösartige Geschwulst im oberen und mittleren Teil des Mastdarms, besteht gewöhnlich noch genügend Platz, unterhalb des Tumors eine neue Darmverbindung anzulegen, und zwar mithilfe eines maschinellen Nähapparats namens EEA-Gerät. Dieses näht eine zweireihige zirkuläre Klammernaht aus Titan und wird danach über den After entfernt. Liegt der Tumor jedoch im unteren Teil des Mastdarms, muss unter Umständen der gesamte Schließmuskel amputiert werden. Dann ist das Anlegen eines dauerhaften künstlichen Ausgangs unumgänglich.
    Dank der modernen Operationstechniken gelingt es aber sehr häufig, den Schließmuskel zu erhalten. Während noch vor zehn Jahren 60 bis 70 Prozent der Patienten mit Rektumkarzinom einen künstlichen Darmausgang bekamen, sind es heute beispielsweise im Marienhospital nur noch 10 bis 15 Prozent.
    Bei der Operation des Tumors werden die Lymphdrüsen komplett entfernt ("Total Mesorectum Excision"), und die Nervenstrukturen vor dem Kreuzbein – unverzichtbar für Blasenentleerung und Sexualfunktion – werden erhalten.
    Die Prognose beim Rektumkarzinom hängt stark vom Stadium des Tumors ab. Jährlich werden im Marienhospital rund 90 Rektumoperationen durchgeführt.

 

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