Schrift     Kontrast   Drucken   Schließen  

Bösartige Geschwulstbildungen am Magen

Menschen mit Magenkrebs, in der Fachsprache Magenkarzinom genannt, vertragen plötzlich bestimmte Nahrungsmittel nicht mehr. Sie entwickeln oft eine Abneigung gegen Fleisch und verlieren ihren Appetit. In ihrem Oberbauch haben sie oft ein Druckgefühl. Wenn der Tumor in Blutgefäße einwächst, kann es zu Blutungen in den Magen kommen. Müssen sich die Betroffenen in der Folge übergeben, sieht das Erbrochene dunkel wie Kaffeesatz aus. Ein weiteres Symptom ist ein schwarz gefärbter Stuhl, auch Teerstuhl genannt.
    Für die Diagnose führt der Arzt unter anderem eine Magenspiegelung durch. Dazu wird dem Patienten ein Endoskop, ein flexibles, schlauchförmiges Instrument, über die Speiseröhre in den Magen vorgeschoben. Es trägt an seiner Spitze eine winzige Kamera. Mithilfe des Endoskops kann der Arzt auch Gewebeproben entnehmen.   
    Bei bösartigen Magenerkrankungen muss meistens der gesamte Magen zusammen mit den anhängenden Blut- und Lymphgefäßen entfernt werden (Totale Gastrektomie). Dazu wird der darunter gelegene Zwölffingerdarm abgetrennt und blind verschlossen. Ebenfalls abgetrennt wird die erste Dünndarmschlinge nach dem Zwölffingerdarm, die der Chirurg dann an die untere Speiseröhre heranführt und gewöhnlich unter Bildung eines Ersatzmagens mit dieser verbindet. Der Speiseweg ist somit wiederhergestellt. Anschließend muss der Zwölffingerdarm wieder mit der zur Speiseröhre hochgezogenen Dünnndarmschlinge verbunden werden, damit sich Speisebrei und Verdauungssäfte aus Leber und Bauchspeicheldrüse vereinigen. Nur bei kleinen Tumoren, die am Ausgang des Magens liegen, kann der operierende Arzt einen kleinen Magenrest an der Speiseröhre belassen.
    Liegen die Tumoren am Mageneingang, so muss man eventuell nach Teil- oder Totalentfernen des Magens zusätzlich noch den Brustkorb öffnen und dort Tumoranteile beseitigen, die auf die Speiseröhre übergegriffen haben. Hier handelt es sich oft um ein Krebsgeschwulst in einer so genannten Barrett-Speiseröhre. Die Häufigkeit dieser Erkrankung nimmt zu; ein enger Zusammenhang mit der Refluxkrankheit wird diskutiert. Die Prognose bei Magenkrebs hängt stark vom Stadium des Tumors ab.

© Marienhospital Stuttgart 2018. Alle Rechte vorbehalten | Home | Suchen | Impressum | Datenschutz | Haftungsausschluss | Sitemap