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Bösartige Geschwulstbildungen an der Leber

Primäre bösartige Lebertumoren, die aus entarteten lebereigenen Zellen entstehen und Leberzellkarzinome heißen, sind in Deutschland selten. Häufig hingegen treten Lebermetastasen auf. Diese Tochtergeschwülste stellen Absiedlungen von Krebszellen anderer bösartiger Tumore dar – oftmals aus dem Darmbereich. Sie gelangen über Blut- und Lymphgefäße in die Leber und vermehren sich dort weiter. Bei Verdacht auf tumoröse Leberveränderungen lässt sich die Diagnose durch bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Computer- oder Kernspintomografie stellen.
    Leberzellkarzinome werden je nach Stadium operativ entfernt. Da typische Beschwerden wie Druckschmerzen im Oberbauch oder Gelbsucht meist erst auftreten, wenn die Tumorerkrankung schon fortgeschritten ist, wird der Patient häufig nur palliativ (lindernd) behandelt. Zu den symptomlindernden und lebenserleichternden Maßnahmen zählt zum Beispiel die Embolisationstherapie, bei der man durch den Tumor angegriffene Blutgefäße verschließt.

Bei Lebermetastasen gibt es im Wesentlichen zwei Therapiemöglichkeiten:
  • Haben sich nur ein bis drei Herde gebildet, die nahe der Leberoberfläche liegen und/oder die auf einen der beiden Leberlappen beschränkt sind, so kann sie der Chirurg fast immer operativ entfernen. Der Fachausdruck hierfür lautet "Kurative Metastasenchirurgie". Bis zu 80 Prozent der Leber lassen sich bei diesem operativen Eingriff entfernen, ohne dass ein dauerhafter Schaden entsteht.
  • Bestehen viele, chirurgisch nicht mehr entfernbare Herde, empfiehlt sich eine regionale Chemotherapie, die auf die Leber beschränkt ist.

Um die Chemotherapie regional ausführen zu können, muss ein kleiner Schlauch operativ in einen Ast der Leberarterie platziert werden. Und zwar so, dass die Schlauchspitze gerade in die Hauptschlagader der Leber ragt. Der Schlauch wiederum ist mit einem so genannten Port verbunden, einem per Spritze von außen auffüllbaren Vorratsbehälter, der direkt unter die Haut gelegt wird.
Zytostatika, das Krebszellwachstum hemmende Medikamente, werden danach in vorgegebenen Zeitabständen in den Port gespritzt. Sie gelangen mittels Schlauch in den Blutstrom und damit in die Leber. Der Vorteil dieser Methode besteht zum einen darin, dass die Nebenwirkungen, die mit der Medikamentengabe einhergehen, weitgehend auf die Leberregion beschränkt bleiben. Zum anderen ist trotz niedrigerer Dosierung der Medikamentenspiegel in den Metastasen höher, da die Zytostatika nicht erst – wie bei systemischer Gabe – durch den Körper wandern müssen.
    Die Prognose bei dieser Erkrankung hängt vom Stadium des Primärtumors ab, vom Vorhandensein weiterer Metastasen und von der Behandelbarkeit der Lebermetastasen selbst. Jährlich werden im Marienhospital etwa 25 große Leberteilentfernungen durchgeführt.

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