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Bösartige Geschwulstbildungen an der Bauchspeicheldrüse

Die bösartigen Tumore der Bauchspeicheldrüse, medizinisch Pankreaskarzinom genannt, lassen sich vor allem im Anfangsstadium, wenn sie kleiner als 2 cm sind, nur schwer diagnostizieren. Ergebnisse aus Untersuchungsverfahren wie Computertomographie und Ultraschall des Oberbauchs sind dann oft nicht eindeutig. So hebt sich beispielsweise das Tumorgewebe im Bild nur sehr gering vom umgebenden Drüsengewebe ab.
    Besteht ein konkreter Verdacht, kann der Arzt eine endoskopische Untersuchung anordnen (ERCP = Endoskopische Retrograde Cholangio-Pancreaticographie). Hierbei wird dem Patienten ein bewegliches Endoskop über die Speiseröhre in den Zwölffingerdarm eingeführt, durch das sich ein Kontrastmittel in die Gänge der Bauchspeicheldrüse spritzen lässt. Ist ein Gang wegen eines Tumors unterbrochen oder behindert dieser den Abfluss der Verdauungssäfte, wird das im Röntgenbild dargestellt.
    Die meisten Betroffenen haben lange Zeit keine oder nur leichte Beschwerden. Erst wenn sich schwere Symptome einstellen – beispielsweise eine Gelbsucht mit Juckreiz oder starke Schmerzen im Oberbauch – suchen sie den Arzt auf. Dann ist der Krebs in der Regel schon weit fortgeschritten. In 95 Prozent der Fälle entwickelt sich der Tumor im "Kopf" der Bauchspeicheldrüse, der in einem Bogen des Zwölffingerdarms liegt.
    Das Pankreaskarzinom gilt prinzipiell als schwer heilbar, auch wenn der Tumor die Grenzen der Bauchspeicheldrüse noch nicht überschritten hat und keine Metastasen im Körper gefunden wurden. In diesen Fällen – bei etwa 30 bis 40 Prozent der Betroffenen – wird eine radikale Operation vorgenommen, die auch Chancen für eine Heilung hat.

Whipple'sche Operation

Bei dieser so genannten Whipple'schen Operation müssen Anteile des Magens, des Bauchspeicheldrüsenkopfes, der gesamte Zwölffingerdarm sowie Teile des Hauptgallengangs und die Gallenblase entfernt werden. Danach erfolgt eine aufwendige Rekonstruktion des Verdauungswegs im Oberbauch.
    Damit bei den Patienten auch nach der Operation die Verdauung funktioniert, müssen sie lebenslang Verdauungsenzyme in Medikamentenform einnehmen. Das blutzuckersenkende Insulin erhalten sie per Spritze. Die Prognose beim Pankreaskarzinom hängt stark vom Stadium des Tumors ab. Ist der Bauchspeicheldrüsenkrebs nicht durch eine Operation heilbar, können durch eine Chemotherapie die Symptome wirksam gelindert werden (z. B. Systemische Chemotherapie mit Gemzar und 5-FU).

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