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Magenband-Operation bei krankmachendem Übergewicht

Menschen mit krankmachendem Übergewicht haben ein massiv gesteigertes Risiko für zu hohe Blutfettwerte und Zuckerkrankheit. Beides führt mittel- und langfristig zu Gefäßverengungen, die letztlich die Ursache für Herzinfarkt, Schlaganfall und andere Erkrankungen sein können. Durch das massive Übergewicht werden außerdem die Gelenke stärker belastet, weshalb häufiger und früher Arthrosen der Hüft- und Kniegelenke sowie Bandscheibenprobleme auftreten. Somit haben Menschen mit hohem Übergewicht oft nicht nur eine eingeschränkte Lebensqualität, sondern auch ihre Lebenserwartung ist durch die Folgekrankheiten verringert.
    Für Betroffene, denen es trotz vieler Versuche nicht gelang, ihr Gewicht anhaltend zu reduzieren, besteht die Möglichkeit, sich chirurgisch behandeln zu lassen.

Der operative Eingriff

Bei der Magenband-Operation wird ein mit Flüssigkeit füllbares Kunststoffband um den Mageneingang gelegt. Das Band ist durch einen dünnen Schlauch mit einem Ventil (= Port) verbunden, das direkt unter der Haut liegt.

Derzeit gibt es zwei operative Vorgehensweisen:
  1. die laparoskopische Methode mittels Bauchspiegelung;
  2. die offene oder konventionelle Methode mittels Bauchschnitt.

In beiden Fällen wird um den Mageneingang ein verstellbares Band eingesetzt. Der Magen selber wird dabei weder eröffnet noch wird ein Teil davon entfernt.
    Die laparoskopische Technik, das heißt, das Einsetzen des Magenbandes mittels Bauchspiegelung, erfolgt durch vier bis fünf kleine Schnitte am Bauch. An diesen Stellen bleiben lediglich kleine Narben zurück, sodass die Schmerzen nach der Operation deutlich geringer sind als bei der konventionellen Methode. Auch Narbenbrüche treten seltener auf. Außerdem können die Patienten früher aufstehen, weshalb Komplikationen wie Thrombosen oder Embolien wesentlich seltener vorkommen. Nur an der Stelle, an der das Ventil eingebracht wird, bleibt eine etwas größere Narbe zurück.
    Kann aus technischen oder medizinischen Gründen die Operation nicht laparoskopisch durchgeführt werden, so wird ein Bauchschnitt nach herkömmlichem Verfahren ausgeführt.

Ambulante Nachkontrollen

Nach dem operativen Eingriff kommt der Patient zur ambulanten Nachkontrolle. Dort wird das Ventil mit einer Nadel punktiert und anschließend schrittweise Flüssigkeit zugeführt. Über den Schlauch gelangt diese in das Kunststoffband, das sich füllt und dadurch den Mageneingang verengt. Das Band wirkt also wie eine mechanische "Essbremse"; es ändert jedoch nichts am abnormen Essverhalten des Betreffenden.
    Würde man das Band entfernen oder wieder weit stellen, träte bei unverändertem Essverhalten erneut eine Gewichtszunahme auf. Im Extremfall würde sich das Gewicht vor der Operation einstellen. Aus diesem Grund wird das Band nach erfolgreicher Gewichtsabnahme an Ort und Stelle belassen, um das Zielgewicht zu erhalten. Sollten aber andere schwer wiegende Erkrankungen auftreten, kann der Arzt das Band jederzeit entfernen.

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