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Minimal-invasiver Eingriff an der Galle

Die etwa 8 bis 11 cm große Gallenblase liegt an der Eingeweidefläche, also der "Unterseite" der Leber und ist mit deren bindegewebigen Kapsel verwachsen. Sie speichert die Gallenflüssigkeit, die über den Lebergallengang in die Gallenblase gelangt und dort durch Wasserentzug eingedickt wird.
    Die Gallenflüssigkeit hilft, fettreiche Nahrung zu verdauen. Durch Kontraktion der Muskelschicht der Blase wird die Flüssigkeit über den Gallenblasengang (Ductus cysticus) und den Hauptgallengang (Ductus choledochus) in den Zwölffingerdarm abgegeben.
    Bei manchen Menschen – beispielsweise mit Übergewicht, Diabetes oder erhöhten Blutfettwerten – entstehen aus den in der Galle gelösten Salzen Steine. Diese können so klein wie Brillantsplitter sein, aber auch Murmelgröße erreichen. Wandern die Gallensteine zum Blasenausgang oder sogar bis in den Hauptgallengang, kann es zu einer Gallenkolik kommen. Weitere Komplikationen sind eine Gelbsucht oder eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Meistens wird Patienten mit einem Gallenblasenleiden geraten, sich das Organ entfernen zu lassen.

Das Entfernen der Gallenblase, medizinisch Cholecystektomie genannt, erfolgt in mehreren operativen Schritten:
  1. Zunächst wird in der Nähe des Bauchnabels ein kleines Loch gesetzt, durch das die Operateure eine Miniaturkamera in den Bauchraum schieben. Drei weitere Schnitte zum Einführen der Instrumente – einer im Oberbauch, zwei auf der rechten Seite unter dem Rippenbogen – folgen. Mithilfe der Geräte wird die Gallenblase nach oben gestreckt und freipräpariert.
  2. Die Gallenblase ist in der Bauchhöhle an der Leber sowie an dem Gallenblasengang und einer Arterie (Arteria cystica) befestigt. Letztere werden ebenfalls freipräpariert und später durchtrennt. Bei diesem Vorgang muss der Chirurg darauf achten, dass der Hauptgallengang nicht verletzt wird.
  3. Anschließend werden der Gallenblasengang und die Arterie mit jeweils drei Metallclips verschlossen und dann so durchtrennt, dass noch je zwei Clips den Stumpf der Struktur sichern. Danach schält der Chirurg die Gallenblase aus der Leber heraus. Durch das Loch am Bauchnabel, das bislang für die Kameraoptik benutzt wurde, führen die Operateure jetzt ein größeres Rohr mit einem Durchmesser von rund 2 cm ein. Über dieses wird die Gallenblase beseitigt.

Im Marienhospital werden jährlich etwa 500 bis 600 Gallenblasen entfernt. Bei 98 Prozent der Patienten setzt man dabei die schonend laparoskopische Methode ein. Statistisch gesehen treten Komplikationen nur in weniger als zwei Prozent der Fälle auf. Die Konversionsrate beträgt 0,8 Prozent.

Gallensteine

Besteht der Verdacht, dass bei einem Patienten auch Hauptgallengangsteine vorliegen, wird dies vor der Operation durch eine Magnetresonanztomografie (MRC) bestätigt oder ausgeschlossen. Liegen Steine vor, können sie durch eine ERCP entfernt werden, sodass anschließend die schonende laparoskopische Operation möglich ist (so genanntes Therapeutisches Splitting).
    Je nach ihrer Zusammensetzung sind Gallensteine unterschiedlich gefärbt. So gibt es hellgelbe, kugelig-ovale Steine aus Cholesterin und kleine schwarze Steine aus Bilirubin, dem wichtigsten Gallenfarbstoff. Am häufigsten kommen allerdings gemischte Steine vor. Gallensteine können in ihrer Größe erheblich variieren.

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