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Minimal-invasiver Eingriff am Dick- und Mastdarm

Die häufigsten Gründe, Operationen am Dickdarm durchzuführen, sind
  1. die Divertikelkrankheit
  2. bösartige Tumoren, die von der Schleimhaut des Darms ausgehen

Divertikel sind Ausstülpungen von Wandteilen eines Hohlorgans wie der Speiseröhre oder des Darms. Sie entstehen an Schwachstellen in der Wandmuskulatur. Während sich bei echten Divertikeln die gesamte Wand säckchenförmig ausstülpt, kommt es bei falschen oder Pseudo-Divertikeln nur zu Ausstülpungen der Schleimhaut.
    Prinzipiell können sich Pseudo-Divertikel im gesamten Bereich des Darms bilden (Divertikulose). Zu 80 Prozent entstehen sie jedoch im S-förmigen Abschnitt des Dickdarms, dem Krummdarm. Vor allem ältere Menschen über 70 sind gefährdet.
    Da der Darminhalt relativ lange in den Divertikeln verweilt, können Darmbakterien dort eine Entzündung hervorrufen (Divertikulitis). Bei schwerem Verlauf brechen die Ausstülpungen eventuell in die freie Bauchhöhle durch. Die Folge ist eine lokalisierte oder sogar diffuse Bauchfellentzündung, medizinisch Peritonitis genannt. Für den Patienten wird die Situation dann lebensbedrohlich.
    Heilen die Entzündungen ab, entstehen Narben, die zu Verengungen am Darm führen können. Häufig verläuft eine Divertikulitis schubweise, das heißt, längere beschwerdefreie Phasen wechseln mit akuten Krankheitsepisoden ab (chronisch rezidivierender Verlauf).

Eine Operation ist erforderlich, wenn
  • die Divertikel stark entzündet sind
  • die Divertikel geplatzt sind
  • der Darm durch Narbenbildung verengt ist
  • bei einem chronisch rezidivierenden Verlauf mit mehr als zwei Schüben.

Da bei der Divertikelerkrankung sehr häufig der Krummdarm betroffen ist, reicht es meist aus, den 20 bis 40 cm langen Darmabschnitt zu entfernen (Sigmaresektion). Danach wird der Verdauungsweg durch Anastomosierung, eine bestimmte Technik der Darmnaht, wieder hergestellt. In der Regel muss kein künstlicher Darmausgang angelegt werden. Auch Spätfolgen entstehen durch den Verlust des Krummdarms nicht. Bis die Wunden völlig verheilt sind, müssen sich die Patienten körperlich mehrere Wochen lang schonen.

Laparoskopisches Operationsverfahren

Im Marienhospital setzt man seit 1997 zunehmend das laparoskopische Operationsverfahren ein. Vorteil ist eine bessere Kosmetik. Außerdem haben die Patienten nachträglich weniger Schmerzen, und die Wunden heilen relativ rasch ab. Jährlich werden etwa 150 Patienten mit dieser neuen Technik operiert.

Die Operationsschritte hierbei sind:
  1. Der Dickdarm wird mithilfe von vier Trokaren, die mit den Operationswerkzeugen besetzt sind, mobilisiert
  2. Damit die Operateure den Darm herausziehen und entfernen können, wird im linken Unterbauch ein 4 bis 6 cm langer Schnitt angelegt
  3. Anschließend werden die Darmenden unter videoendoskopischer Sicht maschinell verbunden und somit der Verdauungsweg wieder hergestellt.
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