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Entzündliche Erkrankung an der Bauchspeicheldrüse

Die Entzündung der Bauchspeicheldrüse, Pankreatitis genannt, kann akut oder chronisch sein. Sie wird bei etwa 20 Prozent der Patienten durch ein kompliziertes Gallensteinleiden hervorgerufen, bei 40 bis 60 Prozent spielt übermäßiger Alkoholgenuss eine entscheidende Rolle.
    Im akuten Entzündungsstadium setzt die Bauchspeicheldrüse ihre Verdauungsenzyme bereits innerhalb des Organs frei und nicht erst – wie es normalerweise der Fall ist – im Dünndarm. Die Substanzen beginnen dann, das eigene Drüsengewebe zu zersetzen. Es entzündet sich und schwillt an. Eventuell entstehen Blutungen, und in schlimmen Fällen sterben Teile der Bauchspeicheldrüse ab. Patienten mit einem solchen Krankheitsbild müssen in der Regel operiert werden.
    Verläuft die Erkrankung chronisch, bilden sich oft große entzündliche Tumore im Kopf der Bauchspeicheldrüse, die sich nur sehr schwer von bösartigen Tumoren unterscheiden lassen. Meist sind Unregelmäßigkeiten im Gangsystem der Bauchspeicheldrüse dafür verantwortlich.
    Ist die Bauchspeicheldrüse akut entzündet, muss der Patient sofort zur Behandlung ins Krankenhaus. Bis die Entzündung abklingt, wird er intravenös ernährt. Wenn nötig, erhält er Schmerzmittel und Antibiotika.
    Bei Patienten mit chronischer Pankreatitis, bei denen sich ein entzündlicher Tumor im Bauchspeicheldrüsenkopf gebildet hat, wurde früher fast immer die Whipple'sche Operation durchgeführt. Dieser radikale chirurgische Eingriff – bei bösartigen Tumoren des Bauchspeicheldrüsenkopfes die Therapie der Wahl – ist jedoch in nahezu allen Fällen der chronischen Entzündung nicht notwendig.
    Stattdessen ist heute an spezialisierten Zentren ein alternatives operatives Verfahren vorgesehen, die so genannte duodenumerhaltende Pankreaskopfresektion nach Beger (Duodenum = Zwölffingerdarm, Resektion = operative Teilentfernung eines Organs). Bei dieser Technik schält der Chirurg nur den chronisch entzündeten Kopf des Organs aus. Anschließend wird eine Dünndarmschlinge an den linksseitigen Rest der Bauchspeicheldrüse und an den ausgeschälten Kopfbereich angeschlossen.

Vorteile der OP-Technik sind:
  • Im Gegensatz zur Whipple'schen Operation muss der Chirurg keine weiteren Organe entfernen
  • Die Rate an frühen und späten postoperativen Komplikationen ist deutlich geringer.

Im Marienhospital werden jährlich rund 50 Operationen an der Bauchspeicheldrüse durchgeführt, davon zu einem Fünftel die duodenumerhaltende Pankreaskopfresektion.

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